Kundenanlagen mit Elektro-Speicherheizungen, Elektro-Fußbodenspeicherheizung, Elektro-Zentralspeicherheizung und unterbrechbaren Elektro-Wärmepumpen können im Netz der Avacon AG per Netznutzung nach dem Verfahren der temperaturabhängigen Lastprognose beliefert werden. Dieses Verfahren wurde vom Verband der Netzbetreiber (VDN) und der Universität Cottbus erarbeitet und ist im VDN-Praxisleitfaden "Lastprofile für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen" beschrieben.

Zu den uVE für Heizstrom (Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen) liegt ein Beschluss des Bundeskartellamtes vom 11. November 2010 (Az. B 10-13/09, 10-14/09, B 10-15/09 ) vor. Die Umsetzung hat demnach zum 1. März 2011 für alle Netzgesellschaften zu erfolgen, mit der Konsequenz, dass es zu einer grundlegenden Änderung in den Logiken zur Ermittlung der Konzessionsabgabe für die betroffenen Anlagen kommt.

Aufgrund des Beschlusses des Bundeskartellamtes ändert sich das Vorgehen für die Einstufung in die Konzessionsabgabe (KA) bei den Unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen für Heizstrom.

Es werden unmittelbar alle Strom-TLP-Anlagen (auch TLP-Klima) rückwirkend ab 1. März 2011 auf die entsprechende KA mit dem unterbrechbaren Produkt systemseitig umgestellt. Somit finden für die betroffenen Zählpunkte ab diesem Zeitpunkt die Netzentgelte für uVE und die Sonderkunden KA in Höhe von 0,11 ct/kWh Anwendung.

Nachfolgend werden die gemäß dem Praxisleitfaden von jedem Netzbetreiber bereitzustellenden spezifischen Informationen und Festlegungen für das Netz der Avacon AG aufgeführt:

Die Avacon AG wendet ein gemeinsames temperaturabhängiges Heizungsprofil mit einer Kurvenschar in 1°C-Schritten für alle uVE innerhalb ihres Netzgebietes an.

Als maßgebliche Temperaturmessstelle für die Tagesmitteltemperatur hat die Avacon AG  die Messstelle des Deutschen Wetterdienstes in Braunschweig-Völkenrode (internationale Stationsnummer 10348)  festgelegt.

Änderungen zum 01.09.2016
Die Avacon AG verwendet ab 01.09.2016 für das Netzgebiet in Niedersachsen das temperaturabhängige Elektrospeicherheizungsprofil HZN sowie für das Netzgebiet in Sachsen Anhalt das temperaturabhängige Elektrospeicherheizungsprofil HZS. Beide temperaturabhängigen Elektrospeicherheizungsprofile besitzen eine Kurvenschar in 1°C-Schritten.

Als maßgebliche Temperaturmessstelle für die Tagesmitteltemperatur hat die Avacon AG für das Netzgebiet in Niedersachsen die Messstelle des Deutschen Wetterdienstes in Braunschweig-Völkenrode (internationale Stationsnummer 10348) und für das Netzgebiet in Sachsen-Anhalt die Messstelle des Deutschen Wetterdienstes in Gardelegen (internationale Stationsnummer 10359) festgelegt.
 

Für die Anmeldung von Kundenanlagen mit uVE und für die Prognose des Lastprofils für die Fahrplanmeldung sind folgende Punkte zu beachten:

  • Als Bezugstemperatur für die Heizungsprofile verwendet die Avacon AG +17°C.
  • Die Begrenzungskonstante wird bei der Avacon AG auf den Wert "Eins" für Wärmepumpenanlagen und für Speicherheizungsanlagen auf den Wert "Null" gesetzt.
  • Das Lastprofilverfahren kann für uVE mit Jahresarbeitszählung am Niederspannungsnetz der Avacon AG ohne Beschränkung der Jahresarbeit angewendet werden (d. h. die SLP-Anwendungsgrenze von 100.000 kWh/a gilt nicht).
  • Alternativ ist auf Wunsch des Lieferanten und/oder Kunden auch der Einbau eines Lastgangzählers möglich. Die Netznutzung erfolgt in diesem Fall analog zu Lastgangzählerkunden. Das Netznutzungsentgelt errechnet sich aus dem Leistungs- und Arbeitspreis.
  • Für den spezifischen Stromverbrauch der uVE (a-1) und den Periodenstromverbrauch der Speicherheizungsanlage (A-1) sind abweichend vom VDN-Praxisleitfaden die von der Avacon AG vorgegebenen Werte maßgebend.
  • Bei Anlagen mit getrennter Messung für Allgemein- und Heizungsverbrauch (zwei Zählpunkte) muss jeder Zählpunkt durch den Lieferanten getrennt angemeldet werden. Es sind somit verschiedene Lieferanten für Allgemeinverbrauch und für Heizungsverbrauch (z. B. Wärmepumpe) möglich. Die Unterbrechung der Netznutzung für unterbrechbare Verbrauchseinrichtung bei getrennter Messung beträgt 3 mal 2 Stunden pro Kalendertag. Diese Unterbrechungsdauer kann der Netzbetreiber mit einer angemessenen Vorankündigung ändern.
  • Bei Einzähleranlagen mit Zweitarifumschaltung (gemeinsame Erfassung des Allgemein- und Heizungsverbrauches über einen Zähler) wird die NT-Arbeit als Heizungsverbrauch und die HT-Arbeit als Allgemeinverbrauch angesetzt und die einschlägigen Lastprofile entsprechend skaliert. Einzähleranlagen werden durch den Lieferanten als eine Kundenanlage angemeldet und können nur von einem Lieferanten beliefert werden (ein Zählpunkt). Die Schaltzeit beträgt täglich 8 Stunden, von 22.00 bis 06.00 Uhr. Sie wird vom Netzbetreiber festgelegt und kann von ihm mit angemessener Vorankündigung geändert werden.
  • Bei Einzähleranlagen mit Eintarifzählung und gemischtem Heizungs- und Allgemeinverbrauch ist keine Aufteilung auf Allgemein- und Heizungsverbrauch möglich. Die Netznutzung ist nur zu den Konditionen entsprechend der Anlagen mit reinem Allgemeinverbrauch möglich. Alternativ kann der Lieferant bei der Avacon AG einen kostenpflichtigen Umbau der Zähleinrichtung beauftragen.