Innovation_IntelligenteNetze_Enera.jpg

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat ein Förderprogramm mit dem Titel „Schaufenster Intelligente Energie - Digitale Agenda für die Energiewende “ (SINTEG) aufgelegt. Ziel des Projekts ist es, in mehreren Modellregionen massentaugliche Musterlösungen für eine klimafreundliche, sichere und effiziente Energieversorgung bei hoher Einspeisung aus Erneuerbaren Energien zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei intelligente Netze ("Smart Grids"), neue Marktmodelle und die Digitalisierung. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sind dabei der Dreh- und Angelpunkt für ein verbessertes Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch und Speicherung. Kurz gesagt:  Alle Ebenen der Energieversorgung sollen durch Digitalisierung besser vernetzt werden, um ein intelligenteres Energiesystem zu schaffen, das die Effizienz steigert, Netzausbaukosten spart und eine höhere Kundenakzeptanz nach sich zieht.

Avacon hat sich zusammen mit 74 weiteren Partnern für das Förderprojekt beworben. Das Konsortium besteht aus Teilnehmern der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Das Projektvolumen liegt bei 200 Millionen Euro, wovon 140 Mio. Euro aus Eigenmitteln der Wirtschaft und Industrie und 60 Mio. Euro aus Fördergeldern des Ministeriums bestehen.

Die Federführung hat die EWE AG, in deren Versorgungsgebiet die Modellregion des Großprojekts „enera“ liegt. Die enera-Region umfasst die Landkreise Aurich, Friesland, Wittmund und die Stadt Emden, denn der Nordwesten Deutschlands ist bundesweit eine der windreichsten Gegenden. Sie ist geprägt von großen Mengen dezentral erzeugter Windenergie. Hier produzieren rund 1.100 Windenergieanalagen rund 1.600 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Die ausgewählte Region bietet eine gute Möglichkeit die Wahrnehmung der Avacon dort als 110-kV-Netzbetreiber sowohl in der Politik als auch in der Bevölkerung zu verbessern.

Das BMWi hat bereits eine Förderzusage ausgestellt, daher wird Avacon ein Hochtemperaturleiterseil auf eine bestehende 110-kV-Trasse auflegen. Durch die speziellen Materialien des Kerns und des Leitermantels verzeichnet das Seil bei gleicher Strombelastung einen geringeren Durchhang. Somit kann das Seil bei gleichem Durchhang dauerhaft einer höheren Temperatur standhalten und somit einen bis zu zweimal höheren Strom führen, wodurch die Leistungsübertragung verdoppelt wird.

Zusätzlich unterstützt Avacon viele andere Projektfelder mit Knowhow und bekommt dafür tiefe und frühe Einblicke in unterschiedliche Entwicklungen. Am Projektende steht ein gesamtheitlicher Lösungsansatz für ein zukunftsfähiges Energiesystem, in dem Verbrauch und Erzeugung optimal aufeinander abgestimmt sind.

Ausblick:

  • Projektstart in 2016 mit einer Laufzeit  von 4 Jahren

Startschuss für den Praxistest bei enera

Am 6. Dezember 2016 war es endlich soweit: Mit der Übergabe der Fördermittelbescheide an die fünf Schaufenster-Regionen, darunter auch das enera-Projekt, fiel der offizielle Startschuss für den großen Praxistest der dezentralen Energieversorgung.

Im niedersächsischen Schaufenster geht es beim enera-Projekt unter anderem um regionale bzw. lokale Systemdienstleistungen. Diese sollen das Netz lokal stabilisieren und zudem dabei helfen, die Auswirkungen in andere Spannungsebenen zu minimieren.

Ein weiteres Thema ist die so genannte gelbe Ampelphase. Dabei geht es darum, Engpässe die durch Einspeisungen aus Erneuerbaren Energien nicht durch Abregelungen (rote Ampel), sondern durch Marktmechanismen (gelbe Ampel) zu beseitigen.

Ausgezeichnet wurde enera bereits jetzt. Im Rahmen der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, die ihren jährlichen Wettbewerb 2016 unter das Motto „NachbarschafftInnovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell“ stellte, wurde das Projekt zu einem der „Ausgezeichneten Orte“ gewählt. Auch beim Publikum konnte enera punkten – bei der Online-Abstimmung zur Wahl des Publikumssiegers zu den beliebtesten „Ausgezeichneten Orten 2016“ sicherte sich das enera-Projekt den zweiten Platz. Weiterhin erhielt enera bei den Energy Awards 2016, die vom Handelsblatt gemeinsam mit dem Unternehmen GE initiiert werden, den erstmals verliehenen „Sonderpreis Digitalisierung“.