„Energieaudits sind eine sehr komplexe Angelegenheit. Für einen ersten Überblick geben wir hier Antworten auf die wichtigsten Fragen“, so Christian Michalke vom Avacon-Kommunalmanagement. „Wir empfehlen den Kommunen in unserem Netzgebiet, sich zu informieren, welche Betriebe von der Auditpflicht betroffen sind, weil das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) innerhalb des ersten Audit-Zyklusses stichprobenartig 20 Prozent der Betriebe prüft, die zu einem Audit verpflichtet sind.“ Viele Unternehmen in Deutschland, auch städtische und kommunale Betriebe, müssen in Zukunft ein Energieaudit vornehmen. Erstmals soll das bis zum 5. Dezember 2015 geschehen. So will es die Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G), die am 21. April in Kraft getreten ist. Von der Regelung ausgenommen sind Unternehmen, die nach der Definition der Europäischen Kommission als kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gelten. Ebenfalls nicht betroffen sind Einrichtungen mit überwiegend hoheitlichen Tätigkeiten. Vollzugsbehörde ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). 

Detaillierte Informationen sind dem Merkblatt für Energieaudits des BAFA zu entnehmen.

 

Merkblatt für Energieaudits (PDF, 353,87 KB)

Antworten auf wichtige Fragen zum Energieaudit

Ein Energieaudit gibt einen Überblick über den Gesamtenergieverbrauch, über die Verteilung der Energie und die Verbrauchsschwerpunkte innerhalb eines Unternehmens. Das Audit muss den Anforderungen der DIN EN 16247 entsprechen. Diese Europäische Norm besteht aus fünf Teilen: allgemeine Anforderungen, Gebäude, Prozesse, Transport, Kompetenz von Energieauditoren.

In der Regel beginnt das Audit mit einer Auftaktbesprechung in der unter anderem Ziele, Umfang, Ansprechpartner im Unternehmen, zeitlicher Rahmen, aber auch Datenzugang und Vertraulichkeit festgelegt werden. Anschließend erfolgt die Datenerfassung (meistens ein Vor-Ort-Termin), gegebenenfalls mit zusätzlichen Messungen. Nächster Schritt ist die Analyse der gesammelten Daten und Informationen. Die Ergebnisse des Audits stehen in einem Bericht, darin enthalten sind ebenfalls die Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die Einführung des Audits erstreckt sich meistens über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten.

Unter die Auditpflicht fallen Betriebe, die

  • mindestens 250 Mitarbeiter beschäftigen,
  • mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen,
  • eine Bilanzsumme über 43 Millionen Euro erwirtschaften.

Von der Energieauditpflicht ausgenommen sind Einrichtungen mit überwiegend hoheitlichen Tätigkeiten. Dazu gehören zum Beispiel die Abfall- und Abwasserbeseitigung, Feuerwehr, Gerichte, Polizei und Schulen.

Ein Audit ausführen können Personen, die die erforderliche Fachkunde haben, unter anderem müssen sie sich mit betrieblicher Energieberatung auskennen. Entsprechende Hinweise gibt das BAFA auf seiner Internetseite und führt auch eine Energieauditorenliste.

Quellen: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BAFA, BDEW