Als Netzbetreiber ist Avacon zuständig für den Transport und die Verteilung von Strom und Gas. Der durch die Energiewende verursachte Strukturwandel in der Energielandschaft erfordert zunehmend nicht nur leistungsstarke, sondern auch intelligente Netze. Denn im Gegensatz zu früher sind die Haushalte nicht länger nur Stromverbraucher sondern selbst auch Erzeuger.

Mitgestalter der Energiewende

In welch hohem Maße Avacon gefordert ist, verdeutlicht auch der Grünstromanteil im Avacon-Netz: Im gesamten Avacon-Netzgebiet beträgt der rechnerische Anteil des Stroms aus Erneuerbaren Energien gemessen am Netzabsatz an Endverbraucher schon 133 Prozent und ist damit viermal so hoch wie der Bundesdurchschnitt (33 Prozent). Das bedeutet, dass die Stromerzeugung durch Wind, Sonne und Biomasse im Avacon-Netzgebiet im Jahresverlauf bereits um ein Drittel höher war als der Stromverbrauch. Das überschüssige Drittel wurde daher in andere Netze exportiert. Zu Zeiten mit geringer Wind- oder Solarproduktion bezieht das Netz dann Strom aus konventionellen Kraftwerken. Ein modernes Stromnetz auf dem Lande muss heute also in beide Fließrichtungen eine große Leistungsfähigkeit aufweisen.

Dezentral erzeugte Energie erfordert ein starkes Netz

Avacon erwartet, dass die Einspeisung von dezentral erzeugtem Strom das Netz auch künftig wachsen wird. Eine Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft, die im Auftrag von Avacon erstellt wurde, prognostiziert für die nächsten zwanzig Jahre eine starke Zunahme an dezentral produziertem Strom aus erneuerbaren Energiequellen: Die installierte Stromleistung aus Photovoltaik-Anlagen, die für das Jahr 2015 mit einer Leistung von 29 Megawatt (MW) angegeben wird, wird bis 2035 voraussichtlich auf 67 Megawatt steigen. Auch bei der Stromproduktion aus Windkraftanlagen gehen die Experten davon aus, dass sich die installierte Leistung von aktuell 102 Megawatt auf 185 Megawatt bis 2035 erhöht.

Diese Zunahme an dezentral erzeugtem Strom aus Erneuerbaren Energien stellt die Verteilernetze vor erhöhte Herausforderungen: Die Stromerzeugung findet oftmals nicht dort statt, wo der Strom verbraucht wird. Der wird  nämlich hauptsächlich in ländlichen Regionen erzeugt – und in Städten überproportional verbraucht. Zudem wird er nicht dann erzeugt, wenn er benötigt wird und die Erzeugung schwankt stark. So liefern Windräder bei flaute und Solaranlagen nachts keine Energie. Die Netze müssen den dezentral erzeugten Strom also aufnehmen, verteilen, abtransportieren, intelligent steuern und – perspektivisch – speichern. Für Netzbetreiber wie Avacon ist stellt sich so die anspruchsvolle Aufgabe, die Versorgungssicherheit trotz schwankender Einspeisemengen auf hohem Niveau zu halten.

Um diese Herausforderung der Energiewende zu bewerkstelligen, investiert Avacon jährlich rund 165 Millionen Euro in Netzausbau und Netzsteuerung, um die Netze für die stetig wachsenden Anforderungen fit zu machen. Mehr als jeder dritte Euro wird für die Einbindung Erneuerbarer Energien verwendet.