Auf Wanderschaft in Genthin

Die erste Station der neuen Wanderausstellung ist das Rathaus in Genthin. Dort kann die spannend und unterhaltsam aufbereitete Zeitreise durch die Energieanwendungen des vergangenen Jahrhunderts noch bis Ende Januar 2017 erlebt werden.

Was hat sich verändert, seit in den Straßen die ersten Gaslaternen brannten und die Monteure mit dem Dienstfahrrad unterwegs waren, um Dörfer und Städte mit Stromleitungen zu verbinden?

Staubsauger mit Haarfön

Spannend waren neben der vorgestellten Energie-Historie vor allem die acht originalen Exponate aus den Jahren 1877 bis 1954 – und die Geschichten dahinter! Dr. Tim S. Müller, Leiter des Museums, erklärte die ausgestellten Kuriositäten in seiner Einführung. So stellte er etwa einen Staubsauger aus den 1930er Jahren vor, der nicht nur zu diesem Zweck konzipiert war. Nein, er sollte auch, mit einem Aufsatz versehen, als Haartrockner dienen. „Aufgrund der unausgereiften Staubfilter wurde dann den Nutzern der zuvor gesaugte Staub in die Haare gepustet. Kein Wunder, dass diese Erfindung relativ schnell wieder vom Markt verschwunden ist!“, so der Museumsleiter.

Die Besucher der feierlichen Ausstellungseröffnung staunten auch über den berühmten Erfinder des beleuchteten Stopfpilzes für Socken. Hintergrund: Durch die Hinterleuchtung wurden dünne Stellen sichtbar und konnten bereits geflickt werden, bevor ein Loch überhaupt entstand. Der findige Geist hinter dieser Idee war kein geringerer als Deutschlands erster Bundeskanzler Konrad Adenauer! Unter diesen ungewöhnlichen Exponaten aus dem Alltag sind etwa auch zwei Gas-Bügeleisen auf einer Wippe.

Avacon-Kommunalreferent Klaus Schmekies legt vor allem Schülern die Ausstellung ans Herz:

„Die Kinder heute kennen ja das Prinzip der Wählscheibentelefone nicht mehr – und das Warten bis sich die Wählscheibe etwa nach einer Neun wieder in die Ausgangsposition zurückgedreht hat. Sie staunen da richtig, wenn sie die Funktionsweise des ausgestellten Telefons mit Zugnummernschalter sehen.“

 

Auch der Genthiner Bürgermeister Thomas Barz, der den Vorschlag hatte, die Ausstellung im Rathaus zu platzieren, war beeindruckt:

„Ich freue mich sehr, diese spannende Ausstellung in Genthin zu Besuch zu haben, und kann sie jedem empfehlen! Eine erlebnisreiche Zeitreise mit spannenden Exponaten, die neugierig machen, mehr zu erfahren. Die Ausstellung verbindet moderne, anschauliche und wissenswerte Ansätze. Ich kann nur jeder Schule empfehlen, hier Unterricht "zum Anfassen" durchzuführen.“


Bis zum 31. Januar 2017 kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Genthiner Rathauses besucht werden:

Montag und Donnerstag 9 – 12 und 13 – 15 Uhr
Dienstag 9 – 12 und 13 – 18 Uhr
Freitag 9 – 12 Uhr

Die Wanderausstellung wird demnächst noch in weiteren Kommunen Station machen.

Erst kürzlich war das Museum für Energiegeschichte(n) übrigens ebenfalls auf Wanderschaft: Die Sonderausstellung „Energiewende(n)“ gastierte im Alten Gaswerk in Bruchhausen-Vilsen.

mehr zur Sonderausstellung „Energiewende(n)“

Eindrücke aus Genthin

Avacon-Museum für Energiegeschichte(n)

Das Museum in Hannover zeigt in seiner Dauerausstellung mit zahlreichen Originalexponaten, dass es viele Erfindungen des modernen Industriezeitalters ohne Strom und Gas nicht gegeben hätte. Es erzählt nicht nur die Geschichte, sondern eben auch Geschichten – sozialgeschichtliche Hintergründe – darüber, wie sich das Leben der Menschen verändert hat, als der Strom ins Haus kam. Genauso präsentiert es die bahnbrechenden technischen Entwicklungen aus 150 Jahren Energieanwendung.

Mehr zum Museum, inklusive einem neuen Film