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Mandy Zepig (SPD) amtiert seit dem 6. Juli 2015 als Bürgermeisterin der Hanse- und Rolandstadt Gardelegen. Als Dienstvorgesetzte trägt die Juristin Verantwortung für 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Gardelegen ist ein kommunaler Anteilseigner der Avacon AG.

Wie lässt sich in der flächenmäßig drittgrößten, doch dünn besiedelten deutschen Stadt eine bürgernahe Verwaltung realisieren?

Für die jungen Leute betreiben wir eine eigene Facebook-Seite. Ich versuche, Bürgersprechstunden im Rahmen der terminlichen Möglichkeiten auch in kleineren Ortsteilen durchzuführen. Wenn mich Einwohner telefonisch sprechen wollen, können sie das selbstverständlich auch. Bei manchen Anliegen fahre ich raus und sehe mir die Sache selber vor Ort an – worüber viele Bürger ziemlich erstaunt sind. Darüber hinaus bin ich viel unterwegs – auf Veranstaltungen von Vereinen oder bei Festlichkeiten in den einzelnen Ortsteilen – und werde dort oft angesprochen. Weiterhin schwebt mir die Anschaffung von „Bürgerkoffern“ vor. Das ist im Prinzip ein mobiles Einwohnermeldeamt im Aktentaschenformat.

Bis Ende 2018 soll in Sachsen-Anhalt flächendeckend schnelles Internet verfügbar sein. Wie ist die Stadt Gardelegen im Onlinebereich aufgestellt?

So wie einige andere Städte im Landkreis ist auch Gardelegen Mitglied im Zweckverband Breitband Altmark und betreibt darüber die Erschließung mit schnellen Internetanschlüssen. Als Stadt Gardelegen haben wir einen modernen Internetauftritt und planen den Ausbau weiterer digitaler Dienstleistungen. Ende 2016 ging ein Online-Schadensmelder in Betrieb. Dabei können Bürger zum Beispiel Schlaglöcher oder eine ausgefallene Straßenlaterne melden und anhand eines Ampelsystems jederzeit den Stand der Bearbeitung sehen.

Ist der demografische Wandel ein Thema in Gardelegen, und wenn ja, wie wird damit umgegangen?

Unsere Bevölkerung wird zweifellos älter. Deshalb arbeiten wir mit der Volkssolidarität zusammen, so etwa im Bereich der Unterstützung von Mobilität. Gardelegen hat eine ziemlich hohe Geburtenrate. Als Stadt wollen wir junge Familien zum Bleiben animieren, erschließen Baugebiete und verkaufen diese zum Selbstkostenpreis, ohne Profitinteresse.

Sie sind eine neue, junge Bürgermeisterin. Haben Sie Abläufe und Strukturen verändert, die Modernisierungsbedarf oder Optimierungspotenzial besitzen?

Ja. Bestimmte Sachen kann man allerdings nicht in drei Monaten ändern, beispielsweise die Zusammenarbeit mit den Ortsbürgermeistern der Ortsteile. Wir haben manches transparenter gestaltet. Das Maß an Informationen, das die Ortsbürgermeister erreicht, ist größer geworden. Apropos Information: Mit Avacon arbeiten wir sehr gut zusammen, wir haben einen kommunalen Beirat – und Kommunalreferent Andreas Forke steht uns jederzeit beratend zur Seite.


Die Perle der Altmark

Von A wie Algenstedt über S wie Schenkenhorst bis Z wie Ziepel: Die Hansestadt Gardelegen hat insgesamt 49 Ortsteile. Im 19. Jahrhundert gehörten Gardelegen und die Altmark zu den bedeutendsten Hopfenanbaugebieten Deutschlands. Den dreieckigen Marktplatz, an dem sich zur Hansezeit zwei bedeutende Handelsstraßen kreuzten, ziert als Symbol mittelalterlicher Gerichtsbarkeit seit 2002 wieder ein steinerner Roland.

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