Avacon bereitet sich auf die Energiezukunft vor: In dem Pilotprojekt „EniM“ (Einbau intelligenter Messsysteme) tauscht der Netzbetreiber bei mehr als 500 Kunden in der Region Oschersleben und Schöningen alte konventionelle Zähler gegen neue intelligente Messsysteme. Die smarten Zähler sind ein wesentlicher Baustein für das Gelingen der Energiewende und die damit verbundenen Herausforderungen für die Stromnetze. Sie werden gesetzlich verpflichtend bei Kunden mit Verbräuchen über 6.000 Kilowattstunden und bei Einspeisern ab 7 kW Einspeiseleistung eingebaut. 

Die Gemeinde Hohe Börde ist Teil des Pilotprojekts

Einer der Teilnehmer an dem Pilotprojekt EniM ist die Gemeinde Hohe Börde. Im Rahmen des Piloten tauscht Avacon in rund 80 kommunalen Liegenschaften der Gemeinde die herkömmlichen Stromzähler gegen neue intelligente Messsysteme aus. Über das Kommunikationsmodul kann der smarte Zähler seine Daten an Avacon schicken.

„Wir sind hocherfreut, dass wir als erste Kommune in das Avacon-Pilotprogramm aufgenommen wurden“, sagte Steffi Trittel, die Bürgermeisterin der Gemeinde Hohe Börde. Bereits im Dezember 2016 wurde im Ortsteil Irxleben  eine Liegenschaft mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet. Rosemarie Gutbier, die Energiebeauftragte der Gemeinde Hohe Börde, kann den Stromverbrauch dieser Liegenschaften bereits über das Avacon-Kundenportal einsehen und sich mit der Technik vertraut machen.

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Avacon-Monteur Fabian Schindler

Smarte Zähler im Sportlerheim

„Das Vereinsheim in Schackensleben ist unser positives Vorzeigeobjekt in der Gemeinde. Durch unsere regelmäßigen Auswertungen ist uns vor einigen Jahren ein enormer Stromverbrauch aufgefallen, welcher durch eine defekte Beregnungspumpe verursacht wurde. Deshalb sind alle sehr froh, dass dieses gleich zu Beginn mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet wird“, so Dr. Michael Richter, Sportvereinsvorsitzender und Ortsbürgermeister von Schackensleben. Auch Steffi Trittel verspricht sich von dem Einsatz der intelligenten Messsysteme Aufschluss über den Stromverbrauch: „Mit Hilfe der Daten hoffen wir, unnötige Energieverbräuche ermitteln zu können, ohne jedoch die Sportler im Dunkeln sitzen zu lassen. Schließlich ist Strom sparen wichtig für das Klima und den kommunalen Finanzhaushalt. Lieber sparen wir 15 Prozent an Energiekosten ein, als 15 Prozent mehr Gebühren von den Vereinen zu nehmen.“

Avacon testet für die Datenübermittlung zwei Möglichkeiten: über das LTE-Mobilfunknetz und via Powerline. Bei den beiden umgerüsteten Verbrauchsstellen der Hohen Börde wird das LTE-Netz genutzt. Die Übertragung über Powerline ist auch Bestandteil des Pilotprojektes.

Über das Avacon-Kundenportal hat die Gemeinde die Möglichkeit, den Verbrauch am darauffolgenden Tag viertelstundenscharf grafisch anzusehen. Zusätzlich kann sie die Verbräuche zur Auswertung auch als Viertelstunden-Lastgang in eine Tabelle übertragen. Das sorgt für Transparenz: Die Gemeinde kann ihre Energienutzung genau überblicken und daraus ableiten, wo der Energieverbrauch besonders hoch ist und dementsprechend gesenkt werden sollte. Kurzum: Mit Hilfe der EniM-Zähler kann die Gemeinde nicht nur Einsparpotenziale ausfindig machen, sondern zugleich auch das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie schärfen. Zudem wird gleich sichtbar, wie sich Energiesparmaßnahmen bemerkbar machen. Auch das mühsame Ablesen jedes einzelnen Zählers gehört dank der sicheren und zeitgenauen Datenübertragung der Vergangenheit an.

Gesetzlich verpflichtend: Einbau intelligenter Messsysteme

Hintergrund des Pilotprojektes ist die gesetzliche Einbauverpflichtung von intelligenten Messsystemen. Ab voraussichtlich Oktober 2017 wird der Einbau von Smart Metern, sogenannten intelligenten Messsystemen, für Großverbraucher mit einem Jahresverbrauch über 10.000 Kilowattstunden gesetzlich verpflichtend. Für kleinere Verbraucher ab einem Jahresverbrauch von 6.000 Kilowattstunden werden Smart Meter ab 2020 Pflicht. Grundlage hierfür ist das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ (GDEW), das am 2. September 2016 in Kraft getreten ist. Das Gesetz regelt die Pflicht zum Einbau von intelligenten Messsystemen und die technischen Mindestanforderungen für die Geräte.

Mithilfe der Smart Meter sollen Verbraucher ihren Stromverbrauch besser im Blick behalten und dadurch Stromkosten sparen. Über Kommunikationseinheiten, sogenannte Smart Meter Gateways, werden die Verbrauchsdaten an den Netzbetreiber gesendet. So sollen die intelligenten Zähler dabei helfen, das Stromnetz – vor dem Hintergrund der Energiewende und der damit verbundenen zunehmend dezentralen Einspeisung ins Netz – zu stabilisieren. Durch diese intelligente Verknüpfung von Stromerzeugung, Verbrauch und Netzen können dann Angebot und Nachfrage besser koordiniert werden.

Das Pilotprojekt dient Avacon zur Vorbereitung auf die gesetzlich vorgesehene Einführung neuer intelligenter Zähler. „Die jetzt im Rahmen des Pilotprojektes gesammelten Erfahrungen werden uns helfen, die technische Leistungsfähigkeit der Geräte zu optimieren und somit die Technik noch besser an den Kundenwünschen auszurichten“, erläutert Michael Palm, Projektverantwortlicher bei Avacon, die Zielstellung des Netzbetreibers.

 

Wie die EniM-Technologie funktioniert, erklären wir in einem kurzen Film: