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Im gesamten Avacon-Netzgebiet existieren viele schützenswerte Lebensräume für Vögel. Für Vogelschutzmaßnahmen investieren wir mehr als vier Millionen Euro. Solche Warnbaken wurden etwa in unserem Auftrag in sensiblen Bereichen wie Vogelzugrouten, Wasserstraßen und Feuchtgebieten installiert. „Zum Beispiel im Vogelschutzgebiet südlich von Emden, zwischen Hardegsen und Pöhlde bei der Erneuerung von Strommasten und zwischen Ohlensehlen und Blockwinkel im Landkreis Diepholz beim Bau von Freileitungen. Im hessischen Landkreis Hersfeld etwa haben wir nicht nur Warnbaken angebracht, sondern gleich auch vier Nistkästen für Wanderfalken installiert“, greift Netz-Experte Wolfgang Dee von Avacon ein paar Maßnahmen beispielhaft heraus. Meist waren lokale Vogelschützer an uns herangetreten, nachdem Wasservögel wie Zwergschwäne, Blessgänse oder Schwäne gefunden wurden, die mit der Leitung kollidiert waren.

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Netz-Experte Wolfgang Dee

„Wir bei Avacon kümmern uns um den Schutz der Vögel“, so Wolfgang Dee: „Wir planen den Leitungsbau in größtmöglichem Einklang mit Natur und Umwelt. Dabei stehen wir eng in Kontakt mit Naturschutzvereinen, -behörden und lokalen Umweltämtern. So haben wir an der Jeetzel, einem Nebenfluss der Elbe im Landkreis Lüchow-Dannenberg, auf Bitte des örtlichen Storchenbeauftragten zwischen Dahlenburg und Dannenberg Warnbaken installiert. Ähnlich war es auch beim Naturschutzgebiet Riddagshausen bei Braunschweig, dessen Rangerin uns um die Schutzvorrichtungen bat.“

Ein Zuhause für den Fischadler

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„Wir stellen auch vielfach Masten mit Nisthilfen für Störche oder Fischadler auf, montieren vorgefertigte Nisthilfen auf vorhandene Masten, die für den richtigen Abstand zu den elektrischen Teilen sorgen“, so Wolfgang Dee.

Gerade große Vogelarten wie Fischadler benötigen einen ausreichend hohen Brutplatz, um mit ihrer Flügelspannweite von über einem Meter problemlos das Nest zu erreichen. Bevorzugt bauen sie deshalb ihre Nester auf Strommasten, die dafür aber oft nicht die optimale Unterlage bieten.

Ein Beispiel für unsere Nisthilfen ist auf der Freileitung zwischen Magdeburg und Stendal an der Elbekreuzung angebracht. Diese bewohnt inzwischen ein Fischadler-Pärchen.

 

 

 

Storch Alberts große Reise

Zudem unterstützen wir Vogelschutzinitiativen vor Ort – wie etwa den Storchenhof Loburg in der Stadt Möckern. Die Auffangstation wurde 1979 gegründet, weil es immer weniger Weißstörche gab. Auch dank der Vogelschutzmaßnahmen hat sich der Bestand erholt. „Die Störche und Fischadler gehören zur Region. Es ist toll, dass der Storchenhof Loburg so viele Menschen für den Natur- und Vogelschutz begeistert und den Besuchern die Vogelart und ihren Lebensraum näherbringt“, sagt Möckerns Bürgermeister Frank von Holly.

Avacon-Kommunalreferent Klaus Schmekies lauscht bei einem Besuch den Ausführungen von Dr. Christoph Kaatz, der den Storchenhof gemeinsam mit seinem Sohn Dr. Michael Kaatz als Geschäftsführer leitet: „Wir behandeln verletzte Vögel und versuchen sie wieder auszuwildern. Zudem beobachten wir, wie viele Weißstörche in Sachsen-Anhalt leben, und forschen über ihre Zugwege und ihr Brutverhalten. Über Sender sehen wir, welche Routen die Störche wählen. So wissen wir genau, wo sich etwa gerade Storch Albert befindet: Wir haben seine Reise über Rumänien, die Türkei, den Tschad, Simbabwe, Kenia und Botswana verfolgt. Auf unserer Website informierten wir aktuell darüber, in welchen Nationalparks er sich aufhielt und wie viele Kilometer er täglich zurücklegte.“ Die Augen richten sich nun auf den Himmel über dem Storchenhof, gespannt auf Alberts Rückkehr.