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Heizenergie sparen in Büro und Verwaltung

Heizenergie sparen
(© antic - stock.adobe.com)

In vielen öffentlichen Gebäuden wird mehr Heizenergie verbraucht als nötig. Oftmals ist eine Heizungsmodernisierung unausweichlich oder das Gebäude muss umfassend saniert werden. Es gibt aber auch zahlreiche Energiesparmaßnahmen, die nur geringe Investitionen verursachen oder sogar kostenlos sind. Hier finden Sie zehn Energiespartipps speziell für Büros, die auch für Rathäuser und andere Verwaltungsgebäude gelten:

  • Mitarbeiter informieren: Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, Heizkosten zu sparen und bewusst mit Heizenergie umzugehen. Geben Sie kleine Tipps und Hinweise. Zum Beispiel: Die Rollläden über Nacht geschlossen halten oder die Türen zu unbeheizten Räumen schließen. Dabei sind kleine humorvolle Fingerzeige oft effektiver als straffe Regeln. Wichtig ist auch, Ihre Mitarbeiter darüber zu informieren, ob die Heizung über Nacht zentral abgesenkt wird oder ob die Thermostate in den einzelnen Räumen heruntergeregelt werden sollen. Auch eine spezielle Mitarbeiterschulung zum Thema Energie kann hilfreich sein. Mehr Infos zu den Schulungsangeboten von Avacon für Kommunen.
  • Die richtige Temperatur wählen: Büroräume sollten in der kalten Jahreszeit zwischen 20 und 22 Grad Celsius warm sein. Bei Heizkörperthermostaten reicht dafür gewöhnlich die mittlere Einstellung. Da das Wärmeempfinden der Kollegen ganz unterschiedlich sein kann, ist eine einvernehmliche Lösung zweckmäßig. Wandthermometer schaffen zumindest Objektivität. Damit nicht so viel Wärme aus den Büros entweicht, sollten die Türen geschlossen bleiben, da in Räumen wie Teeküche und Fluren meist ein paar Grad weniger reichen.
  • Heizanlage warten lassen und optimal einstellen: Lassen Sie die Heizanlage regelmäßig vom Fachmann checken. Dazu gehört zum Beispiel auch, zu prüfen, ob sich Luft in Heizkörpern beziehungsweise der Heizanlage befindet. Die Wartung ist eine gute Gelegenheit, die Regelung der Anlage zu prüfen und sich vom Fachmann individuell zu möglichen Optimierungen beraten zu lassen. Gegebenenfalls lassen Sie die Einstellungen an der Heizanlage von einem Fachmann optimieren. Dazu gehört auch ein hydraulischer Abgleich. Bei diesem Abgleich wird die Verteilung des Heizungswassers so reguliert, dass zu jedem Heizkörper die gewünschte Menge Wasser transportiert wird. Damit wird die Wärme optimal im Gebäude verteilt. Keiner muss frieren, während andere schwitzen. Auch die individuelle Einstellung der Heizkurve gehört zum hydraulischen Abgleich. Zum Beispiel kann die Heizung oft über Nacht oder am Wochenende zentral abgesenkt werden, um Energie zu sparen. 
  • Elektronische Thermostate einbauen: Prüfen Sie den Einbau elektronischer Thermostate. Mit diesen Thermostaten können Sie für jeden Raum programmieren, zu welcher Uhrzeit welche Temperatur erreicht werden soll. Viele öffentliche Gebäude werden nur tagsüber genutzt. Durch eine Einzelraumregelung kann die Temperatur zum Beispiel für Schulen, Kindergärten, Sporthallen oder Verwaltungsgebäude für acht Uhr morgens genau programmiert werden. Außerdem lassen sich Räume entsprechend ihrer unterschiedlichen Anforderungen stärker oder schwächer beheizen. Das erhöht den Komfort und spart Energie. Mehr Infos zum Thema Einzelraumregelung.
  • Heizungspumpe erneuern: Vier von fünf Heizungspumpen in Deutschland sind veraltet. Die Pumpen arbeiten immer mit der gleichen Drehzahl und stellen deshalb oft mehr Leistung zur Verfügung als benötigt wird. Elektronisch geregelte Hocheffizienzpumpen hingegen passen ihre Leistung kontinuierlich dem tatsächlichen Bedarf des Gebäudes an – und verbrauchen deshalb bis zu 80 Prozent weniger Strom. 
  • Warmwassernutzung optimieren: Nutzen Sie das Sparpotenzial beim Warmwasser. Im Grunde wird in Büros nur in den Küchen warmes Wasser benötigt. Daher ist es die beste Lösung, die zentrale Warmwasserbereitung (falls vorhanden), stillzulegen und die Küchen durch vollelektronische Durchlauferhitzer mit Warmwasser zu versorgen. Diese Durchlauferhitzer haben auch gegenüber Kleinspeichern entscheidende Vorteile: Es gibt keine Speicherverluste. Es wird nur so viel Wasser erwärmt, wie auch benötigt wird. Und: Das Wasser wird genau auf die gewünschte Temperatur erhitzt. Alternativ können Sie auch das Warmwasser an den Handwaschbecken auf den Toiletten abstellen. Denn warmes Wasser ist zum bloßen Händewaschen nicht unbedingt notwendig. 
  • Leitungen dämmen: Dämmen Sie die Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen Ihrer Heizanlage. Denn bei ungedämmten Leitungen geht eine Menge Wärme auf dem Weg zwischen Heizkessel und Heizkörper verloren. Achten Sie darauf, dass die Isolierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht und auch die Armaturen gedämmt werden. 
  • Fenster abdichten, Dämmmaßnahmen prüfen: Viele Dämmmaßnahmen sind teuer und bedürfen einer längeren Beratung und Planung ehe sie umgesetzt werden. Zugige Fenster hingegen kann ein Fachhandwerker in wenigen Stunden abdichten. Setzen Sie deshalb am besten zunächst die einfachen Maßnahmen um. Und prüfen Sie dann, ob sich auch größere energetische Modernisierungsmaßnahmen bei Ihnen lohnen könnten. Zum Beispiel die Dämmung der Kellerdecke, der Fassade, des Dachs oder der obersten Geschossdecke. Dies sollten Sie gemeinsam mit einem Energieberater planen. Im Vorfeld kann auch eine Gebäudethermografie sinnvoll sein, um energetische Schwachstellen besser zu erkennen. Die Bilder der Infrarotkamera zeigen, wo es schlecht isolierte Fenster, eine mangelnde Fassadendämmung oder andere Wärmebrücken gibt. Mehr Infos zum Thema Thermografie.
  • Monitoring des Energieverbrauchs: Notieren Sie sich regelmäßig die Verbrauchsdaten. Als Monitoring-Tool können Sie unser kostenloses EnergiePortal nutzen – so haben Sie stets einen schnellen Überblick über den Heizenergieverbrauch oder den Stromverbrauch Ihrer Liegenschaften. Durch die Installation von Wärmemengenzählern können Sie zudem den Nutzungsgrad der Heizanlage berechnen. Denn nur wer den Heizenergieverbrauch genau kennt, findet auch den besten Weg, Heizkosten zu sparen. 
  • Beratung und Fördermittel nutzen: Egal, ob es um die Optimierung der bestehenden Heizanlage oder die Dämmung des Dachs geht: Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten für Kommunen, die ihre Gebäude energetisch sanieren wollen. Wichtig ist, für Planung und Ausführung der Maßnahmen die Hilfe eines Energieberaters in Anspruch zu nehmen. Bereits dafür gibt es eine Förderung. Nutzen Sie als ersten Schritt zum Beispiel unsere Energetische Vor-Ort-Visite. Außerdem haben wir speziell für Kommunen Informationen zu Fördermöglichkeiten zusammengestellt. Diese finden Sie auf unserer Internetseite Förderprogramme.