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Wetterextreme im Sommer

Ob Hitze, Trockenheit oder Hochwasser – so stellen Sie sich auf den Sommer ein

Ein Rekordsommer jagt den nächsten. Die Monate April und Mai 2018 waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881, berichtet das Portal daswetter.com. Viele Menschen freuen sich darüber, doch das schöne Wetter kann Nachteile haben: An manchen Orten fehlt der Niederschlag – oder er kommt in Form von Starkregen. Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes geht davon aus, dass die Extremereignisse in den nächsten Jahren noch zunehmen werden. Für die Kommunen heißt das: Sie müssen sich darauf einstellen.

Äußere Blitzschutzanlage an einem Haus. (© Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)

Wetterextrem Unwetter & Hochwasser

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät in seiner Broschüre „Empfehlungen bei Unwetter. Baulicher Bevölkerungsschutz“, sich auf Unwetterereignisse wie Gewitter, Orkan oder Starkregen und Hagel vorzubereiten. Hagel kommt zum Beispiel verstärkt in den Sommermonaten von Mai bis August vor. Denn in Kombination mit Gewittern kann sich Regen in Eiskörner verwandeln. Ihre Größe kann bis zu zehn Zentimeter betragen. Schäden an Gebäuden und Autos drohen: Dachfenster können zu Bruch gehen – auch Solaranlagen und PV-Module sind gefährdet. Deshalb sollte bei ihrer Installation auf Hagelsicherheit geachtet werden.

Gut beraten ist, wer die Meldungen des Deutschen Wetterdienstes beobachtet. Bei Gewitter hält man sich am besten in Gebäuden oder im Auto auf – Fenster und Türen geschlossen. Blitzableiter verhindern in der Regel einen Einschlag, dennoch sollten empfindliche Geräte wie PCs oder Fernsehgeräte vom Netz genommen werden. Im Falle eines Blitzeinschlags empfiehlt sich, Blitzschutzeinrichtungen zu überprüfen, um auch vor künftigen Ereignissen geschützt zu sein.

Ein anderes Unwetterereignis kann Starkregen sein. Das Problem: Nach wochenlanger Trockenheit sind Böden ausgedörrt und weisen Wasser ab. Dieser weicht erst nach längerem Regen auf, sodass bei Starkregen das Wasser nicht versickern kann. Versiegelte Flächen vermindern zusätzlich die Fähigkeit des Bodens zur Wasseraufnahme. Sollte bei Hochwasser dennoch Wasser in das Gebäude eindringen, sollte man es vermeiden, überflutete Räume zu betreten.

Überschüssiges Wasser sollte dezentral ablaufen können und saubere Regenrinnen sind das A und O.

Mit dem Wasser kommt häufig der Wind. Er deckt Dächer ab und lässt Ziegel umherfliegen. Bei Metalldächern sind beispielsweise die Rand- und Eckzonen besonders betroffen. Doch wer sein Dach regelmäßig überprüft und die Deckmaterialien ausreichend sichert, kann Schäden gering halten oder sogar verhindern. Beim Neubau gilt: Ideal ist eine Dachneigung von 20 bis 40 Grad – so hat der Wind wenig Angriffsfläche.

NINA warnt vor Unwettern und gibt hilfreiche Tipps

Das BBK bietet zusätzlich zu seiner Website auch Informationen über die App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App). Sie liefert aktuelle Warnmeldungen für einen vom Nutzer gewählten Ort oder auch für den jeweiligen Standort direkt aufs Smartphone. Hierfür ist allerdings eine Internetverbindung nötig. Offline stehen auch die Verhaltenstipps in Notfallsituationen zur Verfügung.

Wetterextrem Trockenheit & Hitze

Wenn es sehr warm ist, steigt gleichzeitig der Wasserverbrauch: Landwirte bewässern ihre Felder, Gartenbesitzer sprengen den Rasen und gießen die Blumen. Außerdem wird häufiger geduscht. Tatsächlich knapp wird das Wasser in Deutschland zwar trotzdem nur selten und lokal begrenzt, doch gerade in ländlichen Regionen ziehen sich Wasserleitungen vielfach über lange Strecken. Wenn nun abends viele Bürger gleichzeitig den Hahn aufdrehen, sinkt die Fließgeschwindigkeit unter Umständen so stark, dass in einigen Haushalten nur noch wenig ankommt.

Sinnvoll ist es daher, wenn Kommunen bei entsprechenden Wetterlagen vorbeugend kommunizieren und den Bürgern Tipps geben, zum Beispiel:

  • Regentonnen bei Bedarf tagsüber mit Wasser aus dem Hahn auffüllen, um abends Rasensprenger & Co. damit zu betreiben.
  • Das Auto nach Möglichkeit tagsüber waschen, am besten zwischen Montag und Donnerstag.
  • Kinderplanschbecken schon morgens füllen.

Mit diesen Tipps lässt sich der Wasserverbrauch entzerren. Wichtig: Kommunen sollten grundsätzlich mit gutem Beispiel vorangehen, beispielsweise bei der Bewässerung der eigenen Grünanlagen. An eventuellen Springbrunnen mit festem Wasserkreislauf empfiehlt sich eine kleine Informationstafel, die darauf hinweist, dass hier kein Wasser verlorengeht.

Sind bei langanhaltender Trockenheit Restriktionen notwendig, ist ebenfalls eine umfassende Information der Bürger entscheidend. Um Verständnis für Verbote zu wecken, sollte offen kommuniziert werden – zum Beispiel über die Mengen an Wasser, die bei der Gartenbewässerung anfallen.