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Energiezukunft im Praxistest

Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für eine umweltschonende Energiezukunft. Avacon engagiert sich in der Entwicklung neuer Technologien, um den großflächigen Einsatz Realität werden zu lassen.  

Grafik: Mithilfe von Power-to-Gas-Anlagen wird Strom aus regenerativen Energiequellen in grünen Wasserstoff umgewandelt, der im Gasnetz gespeichert werden kann.

Mithilfe von Power-to-Gas-Anlagen wird Strom aus regenerativen Energiequellen in grünen Wasserstoff umgewandelt, der im Gasnetz gespeichert werden kann.

Unsere vordringlichste Aufgabe ist die Dekarbonisierung der Gesellschaft, also die Abkehr von der Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger. Nur so lässt sich das Ziel der Bundesregierung erreichen, bis 2050 klimaneutral zu werden. Notwendig ist dafür eine intelligente Verknüpfung der bisher getrennten Sektoren Strom, Wärme, Industrie und Verkehr. Mithilfe von Wasserstofftechnologien kann es gelingen, CO2-Emissionen sektorübergreifend stark zu reduzieren.

Energieträger mit Potenzial

Marten Bunnemann, Vorstandsvorsitzender von Avacon, sieht in grünem Wasserstoff einen Energieträger mit Zukunft – mehr zu seiner Einschätzung lesen Sie im Interview unten.

Enorme Speicherkapazität

Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Gasnetze. Sie bieten schon heute die Infrastruktur, um Wasserstoff langfristig zu speichern, zu transportieren und bedarfsgerecht wieder bereit­zustellen. Aktuell kann kein anderes Speichersystem in Deutschland eine vergleichbar hohe Menge an Energie aufnehmen und wieder abgeben. Die am weitesten entwickelte Anwendung dafür ist Power-to-Gas. Mit ihr wird „grüner“ Wasserstoff mittels Elektrolyse aus Ökostrom gewonnen und in die Gasnetze eingespeist.

Foto: Frank von Holly, Bürgermeister der Stadt Möckern im Jerichower Land (© Frank von Holly)
Frank von Holly, Bürgermeister der Stadt Möckern im Jerichower Land (© Frank von Holly)

Bisher liegt die Wasserstoffquote im Gasnetz bei unter zehn Prozent. Um mehr Strom aus regenerativen Energie­quellen zu speichern, soll diese deutlich steigen. Darum hat Avacon gemeinsam mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) ein deutschlandweit einmaliges Projekt gestartet. In einem Teilbereich des Netzes in Schopsdorf im Jerichower Land sowie in Möckern/Fläming im östlichen Sachsen-Anhalt soll die Erhöhung des Wasserstoffanteils auf bis zu 20 Prozent getestet werden. Die dortige Netzinfrastruktur ist repräsentativ für das Avacon-Verteilnetz. Rund 400 Heizungen und andere Endgeräte will Avacon in das Innovationsprojekt ab 2021 einbeziehen. „Die zahlreichen Windräder in unserer Region sind eine gute Basis, um aus überschüssigem Strom grünen Wasserstoff zu erzeugen, der hier gespeichert und verwendet wird. Wir sind stolz darauf, mit der Unterstützung dieses Projektes einen Grundstein dafür mit legen zu können. So macht die Energiewende Sinn“, erklärt Frank von Holly, Bürgermeister der Stadt Möckern im Jerichower Land.

Chance für Kommunen

Foto: Cord Mittendorf, Bürgermeister von Gehrden (Region Hannover) (©Stadt Gehrden)
Cord Mittendorf, Bürgermeister von Gehrden (Region Hannover) (©Stadt Gehrden)

Avacon hilft Kommunen, die Potenziale von Wasserstoff konkret zu nutzen. Zum Beispiel in der Stadt Gehrden in der Region Hannover: Dort sollen eine Wasserstofftankstelle mit grüner Wasserstoffproduktion sowie ein Busdepot für rund 170 Busse entstehen, davon zehn Wasserstoffbusse für den Linienbetrieb. „Wir wollen klimafreundliche Mobilität vorantreiben und damit eine Vorbildrolle einnehmen“, sagt Cord Mittendorf, Bürgermeister von Gehrden.

Foto: Jörg Farr, Landrat des Landkreises Schaumburg (© Landkreis Schaumburg)
Jörg Farr, Landrat des Landkreises Schaumburg (© Landkreis Schaumburg)

Auch der Landkreis Schaumburg westlich von Hannover sieht in der Herstellung und Nutzung von grünem Wasserstoff einen wichtigen wirtschaftlichen Standortfaktor für die Zukunft. Als einzige niedersächsische Region wurde Schaumburg in der Kategorie HyStarter in der Fördermaßnahme „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland aufgenommen. Damit hat der Landkreis die einmalige Chance, die Wasserstoffwirtschaft in der Region zu etablieren. „Die Technologie hat das Potenzial, zukünftig ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für Schaumburg und Umgebung zu werden, erläutert Landrat Jörg Farr.

Industrie und Schwerlastbereich

Wie der Einsatz von klimaneutralem Wasserstoff aus Ökostrom den CO2-Austoß in der Industrie verringern kann, zeigt bereits heute das regionale Leuchtturmprojekt „Windwasserstoff“, für das Avacon mit  der Salzgitter AG und der Linde AG kooperiert. Dort wird die Power-to-Gas-Technologie zur industriellen Herstellung von Stahl eingesetzt und so „grüner“ Wasserstoff aus Ökostrom gewonnen. Das Projekt ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer wasserstoffbasierten Industrie und soll eine Grundlage für den zukünftigen Einsatz größerer Mengen an Wasserstoff zur Verringerung direkter CO2-Emissionen bei der Stahlherstellung schaffen.

Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld für Wasserstoff-Anwendungen liegt auch im Schwerlastbereich. Dort bietet Wasserstoff als Basis für synthetische Kraft- und Brennstoffe enormes Potenzial. Denn er kann nicht nur emissionsfrei eingesetzt werden. Wasserstoff hat – auf die Masse bezogen – von allen Brennstoffen auch den höchsten Energiegehalt. Ein Kilogramm Wasserstoff enthält so viel Energie wie drei Liter Benzin.

Ambitionierte Ziele

800 Milliarden Kilowattstunden des nationalen Energiebedarfs (das entspräche heute rund 23 Prozent) sollen laut Bundesforschungsministerin Anja Karliczek 2040 aus grünem Wasserstoff gedeckt werden. (Quelle: Interview Handelsblatt 6.2.2020)

  

3 Fragen an Marten Bunnemann

Foto: Marten Bunnemann, Avacon-Vorstandsvorsitzender (© André Walther)

Interview mit dem Avacon-Vorstandsvorsitzenden

Welches Potenzial bergen Wasserstofftechnologien für Avacon?

Keine andere Technologie bietet ähnlich großes Speicherpotenzial. Mit der langjährigen Expertise bei Strom und Gas sowie unserer vorhandenen Infrastruktur wollen wir zum Wegbereiter der Power-to-Gas-Technologie werden. Bei dieser wird Strom aus erneuerbaren Energiequellen durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt. Diese Verknüpfung von Strom- und Gasnetzen kann zu einem gesicherten Ausgleich saisonaler Angebots- und Nachfrageschwankungen führen.

Was braucht es, um Wasserstofftechnologien zum Durchbruch zu verhelfen?

Noch sind diese nicht wirtschaftlich. Deshalb sehen wir noch keinen großen Durchbruch. Damit der flächendeckende Einsatz von grünem Wasserstoff Realität werden kann, müssen auch neue Technologien zur Marktreife gebracht werden. Wir beobachten eine steigende Anzahl an Forschungsprojekten. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Daneben müssen schnellstmöglich Rahmenbedingungen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit geschaffen werden. Ohne ausreichende Fördermittel sind Forschungsprojekte kaum realisierbar.

Was sind konkrete nächste Schritte, die unternommen werden müssen?

In einigen Industrien, im Wärmemarkt und bei bestimmten Mobilitätsanwendungen ist der Einsatz von klimaneutralen „grünen“ Gasen perspektivisch unverzichtbar. Diese Bereiche sind nicht oder nur mit extrem hohem Aufwand elektrifizierbar, sodass sich grüner Strom dort nicht direkt einsetzen lässt. Im Verkehrssektor wird Wasserstoff voraussichtlich zuerst im Schwerlastbereich wettbewerbsfähig sein. Die Unternehmen der Energiebranche brauchen hier allerdings Planungssicherheit. Die politischen Rahmenbedingungen reichen aktuell dafür nicht aus. Daher begrüßen wir die Entscheidung der Bundesregierung: Der Beschluss zur nationalen Wasserstoffstrategie ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Aktuelles aus der Region

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Unser Magazin kommunal.info bietet einen bunten und spannenden Mix aus Themen wie Energiewende, Gesellschaft und Wandel, Digitalisierung und Neuerungen in der Energiegesetzgebung. Als in der Region von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt verwurzeltes Unternehmen beschäftigen wir uns natürlich auch mit der Schönheit des Landes und verraten Ihnen die besten Ausflugstipps in Ihrer Region. Aktuelle News zu Avacon runden die Themenvielfalt vier Mal im Jahr von kommunal.info ab.