24/7 für Sie erreichbar

Wir sind jederzeit für Sie erreichbar. Wählen Sie hier Ihren gewünschten Kontaktkanal aus.

Touristische Potenziale nutzen

Nachhaltiger Tourismus

Hansestadt Salzwedel © AdobeStock / ArTo

Chance für Kommunen in ländlichen Regionen

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“ Dieses Sprichwort – frei nach Goethe – ist aktueller denn je. Immer mehr Urlauber verzichten bewusst auf Flugreisen, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten oder meiden überlaufene Reiseziele – Stichwort: Overtourism. Angesichts dieses Trends setzen viele Reiseanbieter auf nachhaltigen Tourismus. Auch Kommunen in Deutschland haben sich bereits darauf eingerichtet.

Deutschland ist schon jetzt das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Rund ein Drittel der Bundesbürger macht im eigenen Land Urlaub. Auch in Zeiten, in denen die Frage des persönlichen CO2-Abdrucks immer wichtiger wird, wollen die Menschen weiterhin reisen. Doch viele fragen sich mittlerweile, ob sie dafür wirklich immer um den halben Globus jetten müssen oder ob es nicht auch und gerade in näher gelegenen Regionen Neues und Überraschendes zu entdecken gibt. Der Erholungswert ist vermutlich obendrein noch größer, wenn man sich den stressigen Langstreckenflug ebenso erspart wie die Befürchtung, eine tropische Krankheit als Reisesouvenir mit nach Hause zu bringen. Viele beliebte Reiseziele in Europa und Übersee sind zudem längst vom sogenannten Overtourism betroffen: Sie sind überlaufen. Darunter leidet ihre Authentizität gleichermaßen wie ihre Natur, ihre kulturellen Güter und die Infrastruktur. Auch für viele Reisefreudige ein Grund, einfach mal an Orten in der Nähe Urlaub zu machen, zumal für einen Erholungsurlaub die Umgebung ohnehin nicht unbedingt exotisch sein muss.

Touristische Potenziale nutzen

Mit dem wachsenden Trend, im eigenen Land die Ferien zu verbringen, nimmt auch die Nachfrage nach besonderen Erlebnissen zu. Dabei stehen Natur und Kultur gleichermaßen hoch im Kurs wie Wellnessangebote, Aktiv- oder Kreativurlaub. Viele ländliche Kommunen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben viel zu bieten und profitieren schon jetzt von dieser Tendenz. Und schon 2018 auf der Internationalen Tourismusmesse stellte die damalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bei der Vorstellung der Preisträger des Bundeswettbewerbs Nachhaltige Tourismusdestinationen des Deutschen Tourismusverbands mit dem Bundesumweltministerium fest, dass bereits „viele Reiseziele in Deutschland auf Nachhaltigkeit setzen – denn kaum eine andere Branche ist so abhängig von den natürlichen und kulturellen Ressourcen und dem Rückhalt der einheimischen Bevölkerung wie der Tourismus und auch bei den Urlaubern wächst das Interesse an Nachhaltigkeit“. Ein guter Grund, gerade für ländliche Kommunen, die Chance zu ergreifen und durch gezielte Maßnahmen für nachhaltigen Tourismus auf die Zukunft zu setzen. 

Richtungsweisend: günstigere Bahntickets

Auch die Bundesregierung hat im Rahmen des nationalen Klimaschutzpaketes einige konkrete Maßnahmen beschlossen, die diese Ausrichtung begünstigen. So steigt beispielsweise ab April 2020 die Luftverkehrssteuer, sodass alle Abflüge von deutschen Flughäfen teurer werden, insbesondere Langstreckenflüge. Dafür werden Bahntickets seit Jahresbeginn 2020 nur noch mit 7 statt mit 19 Prozent Mehrwertsteuer besteuert. Dadurch sinken die Ticketpreise um rund 10 Prozent für Reisen im Fernverkehr ab 50 Kilometer. Mit ein bisschen Glück kann man mit dem Super-Sparpreis in Kombination mit einer Bahncard 25 oder 50 bei rechtzeitiger Buchung sogar für weite Strecken Tickets ab 13,40 Euro ergattern. Eine gute Voraussetzung, um kostengünstig und umweltschonend die bekannten Schätze und verborgenen Winkel Sachsen-Anhalts und Niedersachsens zu erkunden. 

Gute Rahmenbedingungen schaffen

Wer reist braucht auch eine Unterkunft. Je vielfältiger das Angebot in einer Kommune ist, desto mehr Zielgruppen können angesprochen werden. Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Ansprüche auch im niedrigen Preissegment gestiegen sind. Ob Jugendherberge, Campingplatz, Hotel, Pension oder private Unterkunft – eine zeitgemäße Ausstattung erhöht die Attraktivität. Auch eine gute Infrastruktur stärkt die Anziehungskraft einer Region. Ihre Kommune liegt weit ab vom nächsten Bahnhof und Busse fahren viel zu selten? Wie wäre es dann beispielsweise mit dem Angebot eines Shuttle-Service für Gäste? Oder einem Fahrrad- und E-Bike-Verleih direkt am Bahnhof? Nicht zu vergessen ist die Öffentlichkeitsarbeit. Denn nur, wer sich gut präsentiert, kann zusätzliche Gäste anlocken. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Heutzutage spielt das Internet bei der Vermarktung eine zunehmend wichtige Rolle. Eine gute und zeitgemäße Internetpräsenz ist deshalb für Kommunen oder auch Hotels unverzichtbar. Chancen liegen natürlich auch in der Nutzung von sozialen Medien, Blogs oder Podcasts.

In unserem Magazin kommunal.info stellen wir übrigens in jeder Ausgabe Reise- und Ausflugstipps im Avacon-Netzgebiet vor. Kommen Sie mit auf Erkundungstour durch unsere Region.

Jetzt sind Sie gefragt!

Warum ist Ihre Kommune eine Reise wert? Gibt es bei Ihnen schon nachhaltigen Tourismus? Schreiben Sie uns: kommuneplus@avacon.de

Was ist nachhaltiger Tourismus?*

Nachhaltiger Tourismus ist mehr als beispielsweise die Anreise mit der Bahn statt mit dem Flugzeug. Ziel von nachhaltigem Tourismus, auch sanfter Tourismus oder Ökotourismus genannt, ist es, so wenig wie möglich auf die bereiste Natur einzuwirken bzw. ihr zu schaden, die Natur möglichst nah, intensiv und ursprünglich zu erleben, sich der Kultur des bereisten Landes möglichst anzupassen. Dahinter steckt das Ziel, die verbleibenden Bestände an Naturkapital zu erhalten und darüber hinaus in diese zu investieren.

Auch soziokulturelle und wirtschaftliche Aspekte spielen dabei eine wichtige Rolle: Laut der Welttourismusorganisation (UNWTO) ist Tourismus dann nachhaltig, wenn seine gegenwärtigen und zukünftigen ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen vollumfänglich berücksichtigt und die Bedürfnisse der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der Einheimischen integriert werden. 

*Quelle: Wikipedia

Das könnte Sie auch interessieren