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Krisenmanagement

Vorbereitung auf den Ernstfall

Vorbereitung auf den Ernstfall
Über Satellitentelefone können die Katastrophenschutzstäbe der Landkreise auch im Notfall Kontakt zu Avacon herstellen. (© Joachim Lührs / JOPRI-Foto)

Damit die Energieversorgung auch in Krisensituationen wie einer Energiemangellage funktioniert, arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Netzleitstelle von Avacon rund um die Uhr und proben regelmäßig den Ernstfall. Zudem hat ein eigens eingerichtetes Team stets die aktuelle Situation im Auge.

Sie ist Herzstück eines jeden Netzbetreibers – die Netzleitstelle. Hier sorgen hochspezialisierte Expertinnen und Experten gemeinsam mit den Monteurinnen und Monteuren vor Ort dafür,  dass stets eine sichere Versorgung gewährleistet ist. In Zeiten wie diesen könnte das zu einer besonderen Herausforderung werden. Deshalb trifft Avacon in der Netzleitstelle alle Vorkehrungen, um bestmöglich auf Krisen wie eine Gas- oder Strommangellage vorbereitet zu sein. 

Zusätzlich hat Avacon bereits unmittelbar nach Beginn des Angriffkriegs auf die Ukraine ein übergeordnetes Team zusammengestellt, das die aktuelle Situation begleitet. In diesem Team sind neben dem Gesamtvorstand der Avacon AG und der Geschäftsführung der Avacon Netz GmbH Vertreter aller betroffenen Unternehmensbereiche vertreten. Hier wird die Lage kontinuierlich beobachtet, relevante Themen ausgewertet sowie erforderliche Maßnahmen abgeleitet und deren Umsetzung kontrolliert. 

Unterstützung für Kommunen

Neben der internen Krisenvorbereitung sieht es Avacon auch als ihre Aufgabe, die Kommunen als Partner bei der Vorsorge zu unterstützen. Das beinhaltet zum Beispiel eine regelmäßige Abstimmung zur Versorgungslage mit den vorgelagerten Netzbetreibern, Infoveranstaltungen für Kommunen und Stadtwerke und die Zusammenarbeit mit den Landesregierungen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt im Bereich Katastrophenschutz.

©Avacon

Gut gerüstet: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Netzleitstelle arbeiten rund um die Uhr und bereiten sich intensiv auf den Ernstfall vor. Dazu simulieren sie unterschiedliche Fälle, immer mit der Frage: Wie würden wir uns verhalten? Gefahren werden identifiziert und Prozesse trainiert. 

Geht über die Störungshotline Gas ein Notruf ein, ist Avacon zudem verpflichtet, innerhalb von 30 Minuten vor Ort eine Erstsicherung zu gewährleisten, d.h. erste Sicherungsmaßnahmen an der Störungsstelle einzurichten.

Im Fall der Fälle: Erprobte Prozesse und erfahrene Mitarbeiter

Sollte es zu einem notfallähnlichen Ereignis oder Notfall während eines Stromausfalls bzw. einer geplanten Lastabschaltung kommen, gibt es einen festgelegten Kommunikationsweg. Bürgerinnen und Bürger, die einen Notfall bemerken, informieren die Feuerwehr (gegebenenfalls über in der Gemeinde bekannt gegebenen “Notfallmeldepunkte“). Diese setzt sich mit der Einsatzleitstelle ihres Landkreises in Verbindung. Die Avacon-Netzleitstelle wiederum steht in Kontakt mit den Einsatzleitstellen von Feuerwehr und Polizei.

Im Fall einer Krise wie einer Großstörung richtet Avacon einen Krisenstab ein. Für besondere Rollen im Krisenstab gibt es einen festen Mitarbeiterstamm, bestehend aus erfahrenen Kolleginnen und Kollegen. Der Krisenstab steht mit den unteren Katastrophenschutzbehörden, also den Landkreisen und kreisfreien Städten im Netzgebiet, in Verbindung. Bei landesweiten Krisenlagen nimmt Avacon Verbindung mit dem Landeskrisenstab auf und stimmt das weitere Vorgehen dort ab. Alle Katastrophenschutzstäbe der Landkreise im Netzgebiet können mit Avacon über eigens dafür reservierte Telefonnummern und Satellitentelefone Kontakt aufnehmen.

„Wir beobachten die Lage sehr genau und sind gut aufgestellt und vorbereitet, um im Notfall schnell handeln zu können.“
Dirk Hanck, stellv. Incident & Crisis Manager bei Avacon

Könnte uns wirklich das Gas ausgehen?

Die Erdgasimporte nach Deutschland sind seit Beginn des russischen Angriffskriegs um rund 30 % gesunken, die Gaslieferungen von Nord Stream 1 seit dem 31. August auf unbestimmte Zeit eingestellt.
Trotzdem gilt: Die aktuelle Versorgungssituation mit Gas ist weiterhin stabil, die Speicher sind gut gefüllt. Die Energiewirtschaft steht in engem Austausch mit der Bundesregierung und tut alles dafür, dass es nicht zu kritischen Situation in der Erdgasversorgung kommt. So wird beispielsweise mit dem Ersatzkraftwerke-Bereithaltungsgesetz Vorsorge für eine Gasmangellage getroffen, indem mit Kohlekraftwerken zusätzliche Stromerzeugungskapazitäten für den Markt zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden Terminals für Flüssiggas (LNG) gebaut und neue Lieferverträge mit zum Beispiel den Vereinigten Arabischen Emiraten abgeschlossen.

Was passiert, sollte es doch es zu einer Gasmangellage kommen sollte, lesen Sie hier. 

"Luft nach oben" gibt es beim Verbrauch: Bislang ist der Erdgasverbrauch 2022 gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021 nicht stark genug gesunken. Wichtig ist jetzt deshalb, die von der Regierung festgelegten Energiesparziele einzuhalten. Eine Gasmangellage im Winter kann nach Einschätzung der Bundesnetzagentur sicher vermieden werden, wenn der Gasverbrauch um mindestens 20 Prozent gesenkt wird. Energiesparen ist also weiterhin das Gebot der Stunde

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout im Stromnetz?

Einen Blackout also eine ungeplante und großflächige Unterbrechung der Stromversorgung, erwarten Experten nicht. Möglich, wenn auch unwahrscheinlich, ist ein regionaler Engpass. In dem Fall könnte es zu stundenweiser Lastunterdeckungen kommen. Das bedeutet, der Stromverbrauch kann nicht mehr vom zur Verfügung stehenden Stromangebot gedeckt werden. Dann könnte ein so genannter Brownout angeordnet werden – eine Situation, in der einzelne Regionen, so genannte Abschaltgruppen, für 90 bis 180 Minuten vom Netz genommen werden. Das wäre jedoch kein klassischer Stromausfall, sondern ein kontrollierter Eingriff, um die Netze zu stabilisieren. Auch auf diese Situation ist Avacon vorbereitet. Und: Dass die Verbraucher tatsächlich einen Brownout erleben werden, schätzt die Bundesnetzagentur als gering ein.

Für den Ernstfall gewappnet – Tipps zur Krisenkommunikation

Ob Stromausfall, Hochwasser oder Bombenalarm: Über ungewöhnliche Ereignisse muss informiert werden. Lesen Sie, was man dabei beachten sollte.

  • Rund um die Uhr: Journalistinnen und Journalisten sind heute schnell wie nie. Möglich machen das etwa Bereitschaftsdienste und Social-Media-Kanäle. Mit ihnen gehen Nachrichten sofort um die Welt. Gibt es einen Katastrophenfall, sollte daher eine Erstmeldung mit den wichtigsten Informationen nach 20 Minuten veröffentlicht sein.
  • Vorbereitung ist alles: Im Krisenfall muss es zügig gehen. Daher sollte die Kommunikationsbereitschaft in einer Kommune – schon bevor irgendetwas passiert – klar organisiert sein. Wer kommuniziert was, an wen, und wer vertritt einen, wenn man nicht da ist? Auch über Sprachregelungen sollte man sich einig sein. Damit am Ende gleiche Inhalte transportiert werden, etwa wenn sich zwei verschiedene Ansprechpartner zu einem Sachverhalt äußern.
  • Argumente zählen: Gut ist, wenn man sich in der Historie der Kommune auskennt. So stehen einem gute Argumente zur Verfügung, mit denen sich der Vorfall einordnen lässt: Was hat es in der Vergangenheit bereits gegeben – kam schon mal ein ähnlich großer Störfall vor? Denn: Die eigenen Fachleute sind im Schadensfall meist im Einsatz.
  • Pressekonferenz oder Social Media? Im Katastrophenfall wie einem Hochwasser kommt eine Bürgermeisterin oder ein Bürgermeister nicht um eine Pressekonferenz herum. Ob man etwa über Twitter informieren möchte, hängt von der persönlichen Präferenz ab: Ist man in der Kommunikation über Social-Media-Kanäle geübt, steht dem nichts entgegen.
  • Sicherheit gewinnen: Wer sein Team intern über die vorgesehenen Kommunikationswege informiert, ist auf Presseanfragen gut vorbereitet. Geht es vor die Kamera, sollte man sich vorher einen kurzen Moment nehmen und tief durchatmen. Es hilft auch, sich fünf wichtige Stichworte zu notieren – damit man nichts Wichtiges vergisst.
  • Authentisch und transparent: Im Krisenfall sollte man keine rhetorischen Mittel nutzen, um Fragen auszuweichen. Es gilt: ehrlich sein und keine Mutmaßungen äußern. Besser man sagt nur, was sicher ist, solange die Ursache eines Vorfalls unklar ist. 

Erfahrungen mit Krisenkommunikation

In der Stadt Seelze in der Region Hannover wurde vor fünf Jahren eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft, die Einheitsgemeinde Biederitz im Landkreis Jerichower Land hatte 2013 mit dem Elbhochwasser zu kämpfen. Der damalige Seelzer Bürgermeister Detlef Schallhorn und Kay Gericke, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Biederitz, berichten von ihren Erfahrungen mit der Krisenkommunikation.

Detlef Schallhorn
Detlef Schallhorn, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Seelze in der Region Hannover (© Carsten Fricke / Stadt Seelze)

Bombenalarm

Detlef Schallhorn, damaliger Bürgermeister der Stadt Seelze in der Region Hannover, berichtet: „2014 wurde bei Bauarbeiten in Seelze Süd eine Zwei-Tonnen-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Wir hatten einen Tag lang Zeit, uns auf die Entschärfung vorzubereiten. 12.000 Menschen mussten evakuiert werden, der Luftraum wurde gesperrt und vieles mehr. So einen Krisenfall hatten wir noch nie gehabt. Als Bürgermeister war ich der oberste Heeresführer. Gemeinsam mit der Polizei, der Feuerwehr und dem Katastrophenschutz haben wir Schritte geplant und durchgeführt. Ein Rädchen griff dabei ins andere. Wir haben uns vorrangig um den Schutz der Menschen und die Entschärfung der Bombe gekümmert. Die Presse hätte aber gern mehr Infos von uns gehabt und übte Kritik. In einer neuen Krisensituation, die wir uns natürlich nicht wünschen, würde ich deshalb jemanden abstellen, der engeren Kontakt zur Presse hält. Jetzt haben wir ein Krisenszenario für derart große Schadenslagen. Das Ereignis hat uns aber auch gezeigt, wozu eine Verwaltung in der Lage ist, wenn alle zusammenarbeiten: Deutschland ist da mit seinen professionellen Strukturen gut aufgestellt.“

Kay Gericke, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Biederitz (© Rayk Weber)

Hochwasser

Kay Gericke, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Biederitz im Landkreis Jerichower Land, erzählt: „Während des Elbhochwassers 2013 haben wir alle Kanäle genutzt, die uns zur Verfügung standen, um die Einwohner auf dem Laufenden zu halten. Über die Tagespresse konnten wir vor allem die ältere Bevölkerungsgruppe erreichen, über unsere Website und Facebook die digital vernetzten Bürger. Zwar hatte unsere Gemeinde damals selbst noch keine Facebook-Seite, dafür habe ich – so wie viele andere Beteiligte auch – meinen privaten Account genutzt. Und auf der Internetseite der Gemeinde haben wir einen Newsticker mit den aktuellsten Informationen laufen lassen: Was passiert gerade? Wer arbeitet woran? Was sind die nächsten Schritte? Wo werden noch Leute gesucht, um Sandsäcke zu befüllen? Wir haben aber auch vor Ort über Lautsprecher eine Bürgerversammlung abgehalten, um Gesicht zu zeigen und die Bevölkerung bestmöglich zu informieren. Bei aller Kommunikation war uns vollständige Transparenz wichtig. Es mag in solchen Krisensituationen vielleicht etwas lästig erscheinen, sich bewusst Zeit für ein kontinuierliches Informationsmanagement über Presse und digitale Medien zu nehmen. So war es uns aber nicht nur möglich, Falschmeldungen auf Facebook zu entkräften. Nur durch unser Investment in die Krisenkommunikation konnten wir den Leuten vermitteln, dass wir alle gemeinsam unser Dorf und den Deich schützen müssen – und nicht nur jeder für sich sein eigenes Haus. Denn das hätte uns wenig genützt. Und nur so war es auch möglich, dass letztlich alle Hand in Hand zusammengearbeitet haben: Feuerwehr, Wasserwehr, Öffentlichkeitsarbeit, Presse und Einwohner.“ 

Störungen

Mit unserer Live-Störungskarte informieren wir Sie über Störungen und geplante Wartungsarbeiten.