24/7 für Sie erreichbar

Wir sind jederzeit für Sie erreichbar. Wählen Sie hier Ihren gewünschten Kontaktkanal aus.

IT-Sicherheit im Ernstfall

Damit das Licht anbleibt

Über Satellitentelefone können die Katastrophenschutzstäbe der Landkreise auch im Notfall Kontakt zu Avacon herstellen. (© Joachim Lührs / JOPRI-Foto)

Strom und Gas sind ein  unverzichtbarer Teil unseres modernen Lebens. Damit die Energieversorgung auch in Krisensituationen funktioniert, arbeiten die Mitarbeiter der Netzleitstelle von Avacon rund um die Uhr – und simulieren intensiv den Ernstfall.

In dem Buch „Blackout“ schildert Marc Elsberg, wie in Europa durch einen Cyberangriff die Stromnetze zusammenbrechen. Was als Krisenszenario viele Leser unterhalten hat, wurde in der Ukraine vor einigen Jahren teilweise Realität: Hacker legten Teile der Stromversorgung auf  der Krim lahm. Kann so etwas auch in Deutschland passieren? Sicher beantworten kann das wohl niemand. Gründe für einen Ausfall der Stromversorgung können vielfältig sein.

Intensives Krisentraining

In der Netzleitstelle trifft Avacon alle Vorkehrungen, um auf Krisensituationen vorbereitet zu sein. Teams für die Prozessdatennetze, für die technischen Systeme und die Krisenabwehrorganisation setzen sich tagtäglich damit auseinander. Sie simulieren unterschiedliche Fälle, immer mit der Frage: Wie würden wir uns verhalten? Plötzliche Gefahren werden identifiziert und Prozesse trainiert. Dazu führen Avacon-Mitarbeiter beispielsweise Penetrationstests durch, also simulierte Hackerangriffe aus verschiedenen Perspektiven – etwa Versuche, über das Internet oder das firmeninterne Netzwerk einzudringen, eine Attacke direkt aus den Räumlichkeiten und so weiter. Ein weiterer Sicherheitsfaktor: Das neue Leitsystem „eBASE“ von Avacon ist auf dem aktuellsten Stand der Technik. Darüber hinaus ist Avacon als Betreiber einer kritischen Infrastruktur gesetzlich verpflichtet, entsprechende Prozesse zur IT-Sicherheit zu etablieren, zu dokumentieren und von einem unabhängigen Auditor zertifizieren zu lassen. Zu den Krisenübungen gehören aber auch Szenarien rund um die Gasversorgung. Einen plötzlichen Blackout gibt es beim Gas zwar nicht, doch der Netzbetreiber spielt etwa Versorgungsausfälle durch lang andauernde, großflächige Lieferengpässe durch. Geht über die Störungshotline Gas ein Notruf ein, ist Avacon zudem verpflichtet, innerhalb von 30 Minuten vor Ort eine Erstsicherung zu gewährleisten.

Sicherheit für intelligente Messstellen

Die Energiewende und die damit verbundenen Veränderungen im Energiemarkt bringen weitere Herausforderungen mit sich: Schließlich beziehen zahlreiche Haushalte nicht nur Strom, sie speisen diesen auch ein. Um möglichst viel Grünstrom in die Netze aufnehmen zu können, muss Energie heute gemanagt werden – damit man zum Beispiel auch Batteriespeicher individuell ansteuern kann. Um die Technik in diesem Bereich zur Marktreife zu führen, realisiert Avacon in einem von fünf europäischen Piloten das Projekt InterFlex. Das Ziel: eine zentrale Steuereinheit in der Netzleitstelle zu etablieren, die kleine Erzeuger und Verbraucher steuert. Bei Avacon heißt diese Einheit, die aus Server und Software besteht, Smart Grid Hub.    

Am Projekt InterFlex sind im Rahmen eines Feldtests rund 200 Teilnehmer im Raum Lüneburg beteiligt. Sie erhalten eine intelligente Mess- und Steuereinheit – sprich: einen digitalen Zähler und ein Kommunikationsgateway. Ein Einfallstor für Hacker? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt sehr hohe Anforderungen an intelligente Messstellen. Avacon gewährleistet diese BSI–konforme Infrastruktur. Sie ist mindestens so stark gesichert wie die der Banken. Will jemand etwas an diesen  intelligenten Messstellen zerstören, muss er schon mit dem Vorschlaghammer kommen. Die Gateways funktionieren absolut autark. Möchte ein Nutzer seine Daten abfragen, kann er eine Schnittstelle nutzen. Diese erlaubt nur einen lesenden Zugriff.

Für Krisenkommunikation gewappnet

Übrigens ist Avacon auch seitens der Kommunikation für den Krisenfall gerüstet: Alle Katastrophenschutzstäbe der Landkreise im Netzgebiet erreichen Avacon über eigens dafür reservierte Telefonnummern und Satellitentelefone. Zudem informiert der Netzbetreiber online – über die Kommunalreferenten und zwei Hotlines – wenn es Strom- oder Gasstörungen gibt. 

Avacon ist Partner bei dem europaweiten Smart Grid-Projekt InterFlex

Durch die wachsende Anzahl dezentraler Einspeiser Erneuerbarer Energien müssen die Netze flexibel, intelligent und digital gesteuert werden. 20 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus fünf Ländern Europas wollen deshalb mit Unterstützung der Europäischen Kommission die Energiewelt „smarter“ machen. Dazu gehört auch Avacon.

Für den Ernstfall gewappnet – Tipps zur Krisenkommunikation

Ob Stromausfall, Hochwasser oder Bombenalarm: Über ungewöhnliche Ereignisse muss informiert werden. Lesen Sie, was man dabei beachten sollte.

  • Rund um die Uhr: Journalisten sind heute schnell wie nie. Möglich machen das etwa Bereitschaftsdienste und Social-Media-Kanäle. Mit ihnen gehen Nachrichten sofort um die Welt. Gibt es einen Katastrophenfall, sollte daher eine Erstmeldung mit den wichtigsten Informationen nach 20 Minuten veröffentlicht sein.
  • Vorbereitung ist alles: Im Krisenfall muss es zügig gehen. Daher sollte die Kommunikationsbereitschaft in einer Kommune – schon bevor irgendetwas passiert – klar organisiert sein. Wer kommuniziert was, an wen, und wer vertritt einen, wenn man nicht da ist? Auch über Sprachregelungen sollte man sich einig sein. Damit am Ende gleiche Inhalte transportiert werden, etwa wenn sich zwei verschiedene Ansprechpartner zu einem Sachverhalt äußern.
  • Argumente zählen: Gut ist, wenn man sich in der Historie der Kommune auskennt. So stehen einem gute Argumente zur Verfügung, mit denen sich der Vorfall einordnen lässt: Was hat es in der Vergangenheit bereits gegeben – kam schon mal ein ähnlich großer Störfall vor? Denn: Die eigenen Fachleute sind im Schadensfall meist im Einsatz.
  • Pressekonferenz oder Twitter? Im Katastrophenfall wie einem Hochwasser kommt ein Bürgermeister nicht um eine Pressekonferenz herum. Ob man etwa über Twitter informieren möchte, hängt von der persönlichen Präferenz ab: Ist man in der Kommunikation über Social-Media-Kanäle geübt, steht dem nichts entgegen.
  • Sicherheit gewinnen: Wer sein Team intern über die vorgesehenen Kommunikationswege informiert, ist auf Presseanfragen gut vorbereitet. Geht es vor die Kamera, sollte man sich vorher einen kurzen Moment nehmen und tief durchatmen. Es hilft auch, sich fünf wichtige Stichworte zu notieren – damit man nichts Wichtiges vergisst.
  • Authentisch und transparent: Im Krisenfall sollte man keine rhetorischen Mittel nutzen, um Fragen auszuweichen. Es gilt: ehrlich sein und keine Mutmaßungen äußern. Besser man sagt nur, was sicher ist, solange die Ursache eines Vorfalls unklar ist. 

Erfahrungen mit Krisenkommunikation

In der Stadt Seelze in der Region Hannover wurde vor fünf Jahren eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft, die Einheitsgemeinde Biederitz im Landkreis Jerichower Land hatte 2013 mit dem Elbhochwasser zu kämpfen. Der Seelzer Bürgermeister Detlef Schallhorn und Kay Gericke, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Biederitz, berichten von ihren Erfahrungen mit der Krisenkommunikation.

Detlef Schallhorn, Bürgermeister der Stadt Seelze in der Region Hannover (© Carsten Fricke / Stadt Seelze)

Bombenalarm

Detlef Schallhorn, Bürgermeister der Stadt Seelze in der Region Hannover, berichtet: „Vor etwa fünf Jahren wurden bei Bauarbeiten in Seelze Süd eine Zwei-Tonnen-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Wir hatten einen Tag lang Zeit, uns auf die Entschärfung vorzubereiten. 12.000 Menschen mussten evakuiert werden, der Luftraum wurde gesperrt und vieles mehr. So einen Krisenfall hatten wir noch nie gehabt. Als Bürgermeister war ich der oberste Heeresführer. Gemeinsam mit der Polizei, der Feuerwehr und dem Katastrophenschutz haben wir Schritte geplant und durchgeführt. Ein Rädchen griff dabei ins andere. Wir haben uns vorrangig um den Schutz der Menschen und die Entschärfung der Bombe gekümmert. Die Presse hätte aber gern mehr Infos von uns gehabt und übte Kritik. In einer neuen Krisensituation, die wir uns natürlich nicht wünschen, würde ich deshalb jemanden abstellen, der engeren Kontakt zur Presse hält. Jetzt haben wir ein Krisenszenario für derart große Schadenslagen. Das Ereignis hat uns aber auch gezeigt, wozu eine Verwaltung in der Lage ist, wenn alle zusammenarbeiten: Deutschland ist da mit seinen professionellen Strukturen gut aufgestellt.“

Kay Gericke, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Biederitz (© Rayk Weber)

Hochwasser

Kay Gericke, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Biederitz im Landkreis Jerichower Land, erzählt: „Während des Elbhochwassers 2013 haben wir alle Kanäle genutzt, die uns zur Verfügung standen, um die Einwohner auf dem Laufenden zu halten. Über die Tagespresse konnten wir vor allem die ältere Bevölkerungsgruppe erreichen, über unsere Website und Facebook die digital vernetzten Bürger. Zwar hatte unsere Gemeinde damals selbst noch keine Facebook-Seite, dafür habe ich – so wie viele andere Beteiligte auch – meinen privaten Account genutzt. Und auf der Internetseite der Gemeinde haben wir einen Newsticker mit den aktuellsten Informationen laufen lassen: Was passiert gerade? Wer arbeitet woran? Was sind die nächsten Schritte? Wo werden noch Leute gesucht, um Sandsäcke zu befüllen? Wir haben aber auch vor Ort über Lautsprecher eine Bürgerversammlung abgehalten, um Gesicht zu zeigen und die Bevölkerung bestmöglich zu informieren. Bei aller Kommunikation war uns vollständige Transparenz wichtig. Es mag in solchen Krisensituationen vielleicht etwas lästig erscheinen, sich bewusst Zeit für ein kontinuierliches Informationsmanagement über Presse und digitale Medien zu nehmen. So war es uns aber nicht nur möglich, Falschmeldungen auf Facebook zu entkräften. Nur durch unser Investment in die Krisenkommunikation konnten wir den Leuten vermitteln, dass wir alle gemeinsam unser Dorf und den Deich schützen müssen – und nicht nur jeder für sich sein eigenes Haus. Denn das hätte uns wenig genützt. Und nur so war es auch möglich, dass letztlich alle Hand in Hand zusammengearbeitet haben: Feuerwehr, Wasserwehr, Öffentlichkeitsarbeit, Presse und Einwohner.“ 

Störungen

Mit unserer Live-Störungskarte informieren wir Sie über Störungen und geplante Wartungsarbeiten.