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Die fortschreitende Digitalisierung des Alltags ist derzeit einer der großen Megatrends. Die Kommune der Zukunft bietet Verwaltungsdienstleistungen digital an – und nutzt die neuen Online-Kanäle auch für ihre Bürgerkommunikation.

Unterwegs online Nachrichten lesen, Essen bestellen, Überweisungen anweisen – dass wir diese Dienste inzwischen selbstverständlich nutzen, zeugt von der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung unseres Alltags. Vor dem Hintergrund der Folgen des demografischen Wandels, vor allem der schrumpfenden Bevölkerung, bietet der Megatrend „Digitalisierung“ für den ländlichen Raum zahlreiche Chancen zur Steigerung der Lebensqualität sowie der Wettbewerbsfähigkeit.

Vernetzung der Gemeinschaft

Es ist „smart“ in jedem Sinne, Dienstleistungen, die sich aufgrund der niedrigen Einwohnerzahl für sich allein nicht mehr lohnen, zu koppeln. So kann etwa eine Arzneimittellieferung für einen Patienten von einem Paketdienst mitausgeliefert werden – das spart Zeit und Geld. Damit das funktioniert, ist eine Vernetzung mittels intelligenter Software nötig. Um das E-Government-Gesetz – den rechtlichen Rahmen, der die Verwaltung in die Digitalisierung führt – anzuschieben, hat die Bundesregierung das Bundesprogramm zur Digitalen Verwaltung 2020 beschlossen. Das Ziel: Die Verwaltung soll sich die Möglichkeiten der Digitalisierung zunutze machen, um ihre Strukturen und Prozesse zu modernisieren. Im Vordergrund stehen dabei Effizienz und Bürgerorientierung – mithilfe moderner Informationstechnologien sollen Verwaltungsleistungen erbracht werden, und das schnell, übersichtlich und kostensparend. Klassische Behördengänge sollen in Zukunft weitgehend der Vergangenheit angehören.

Kommunen und die „Revolution 2.0“

Prof. Dr. Ewald Wessling von der Hochschule Hannover ist überzeugt, dass gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels die – digitale – „Revolution 2.0“ Chancen für Städte und Gemeinden bietet. Spätestens, so Wessling, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und zu wenige Nachwuchskräfte in die Verwaltung nachrücken, sind arbeitssparende Online-Plattformen die Zukunft. Ein Vorreiter auf diesem Feld ist etwa die Stadt Genthin. Dort können sich die Bürger per Internet oder Smartphone über Infrastrukturprobleme informieren, aber umgekehrt auch selbst mit der Verwaltung Kontakt aufnehmen. Seit 2013 kommt hier die Online-Plattform „Sag’s uns einfach“ zum Einsatz. „Zudem arbeiten wir im Rat ‚papierlos‘ – mit iPads. Da Beschlussvorlagen, Haushaltspläne und B-Pläne nicht mehr ausgedruckt werden müssen, sparen wir jährlich eine Summe im mittleren vierstelligen Bereich. Nun wollen wir die Nachfolgekontrolle ausbauen, damit die Bürger verfolgen können, was etwa aus ihrer Anfrage geworden ist “, so Thomas Barz, Bürgermeister von Genthin. Auch „in der Einheitsgemeinde Biederitz arbeiten die Gemeinderäte seit 2013 mit Laptops, um Papier einzusparen“, erzählt Bürgermeister Kay Gericke. Die Stadt Gommern möchte das erfolgreich erprobte „Genthiner Modell“ einer papierlosen Ratsarbeit umsetzen und nutzt seit Dezember 2015 ebenfalls das Portal „Sag’s uns einfach“.

Neue Kanäle für den Austausch

Neue interaktive Kanäle werden für Kommunen interessant. Sie sind auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder YouTube vertreten und hier für die Bürger direkt ansprechbar. „Social Media ist bestens dazu geeignet, auf kurzem Weg die Einwohner der Gemeinde sowie Interessierte in der Ferne über Neuigkeiten aus unserer Region zu informieren“, betont Andreas Brohm, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte. Hierfür nutzt er auch seinen Bürgermeisterblog. Einen eigenen Blog hat auch Christoph Meineke, Bürgermeister von Wennigsen/Deister, der zudem über Twitter und Facebook mit seinen Bürgern kommuniziert. „Bei der kommunalen Selbstverwaltung setzen wir auf den Einsatz digitaler Technik. Wir nutzen diese Möglichkeiten für mehr Transparenz und beteiligen die Einwohner besser an der politischen Entscheidungsfindung. Wir wurden für ein Bürgerbeteiligungsprojekt bereits mit dem ‚Preis für Online-Partizipation‘ ausgezeichnet“, erklärt Christoph Meineke. Auch Wennigsen stellt seine Erfahrungen anderen Kommunen zur Verfügung.

Bürgermeister Andreas Brohm aus Tangerhütte bloggt auf www.andreas-brohm.de, twittert unter @Andreas_Brohm und nutzt den Instagram-Account andreasbrohm. Seiner Meinung nach bietet die Digitalisierung für Kommunen große Chancen für den Bürgerdialog.

Unter www.buergermeisterblog.de bloggt Christoph Meineke. Der Bürgermeister von Wennigsen/Deister wurde von der Gesellschaft für Informatik e. V. als „Digitaler Kopf Deutschlands“ ausgezeichnet.