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Bike+Ride-Offensive

Mehr Fahrradstellplätze an Bahnhöfen

© DB Station&Service AG / Bike+Ride / Philipp Boehme

Mit der Bike+Ride-Offensive soll der Auf- und Ausbau von Radabstellanlagen an Bahnhöfen für Kommunen erleichtert werden. Die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) bietet hierfür eine attraktive Fördermöglichkeit.

Bahnfahren ist eine umweltschonende Alternative zum Autofahren. Grund genug, um die Rahmenbedingungen für Bahnfahrer auch auf kommunaler Ebene zu verbessern. Viele Bürger möchten mit dem Fahrrad zum Bahnhof kommen. Doch das Angebot an sicheren und trockenen Stellplätzen ist vielerorts begrenzt. Oftmals hapert es an den finanziellen Mitteln der Kommunen. Mit der Bike+Ride-Offensive wollen das Bundesumweltministerium und die Deutsche Bahn (DB) Abhilfe schaffen. Das Ziel: Bis Ende 2022 sollen deutschlandweit 100.000 zusätzliche Bike+Ride-Plätze errichtet werden. Die Deutsche Bahn betreibt an ihren Bahnhöfen bisher rund 400.000 Radabstellplätze.

Laut aktuellen Umfragen sagen 71 Prozent der Bürger, dass Fahrradabstellplätze das Wichtigste sind, um mehr mit dem Fahrrad zu fahren. Außerdem erwarten 55 Prozent der Befragten von der Politik, für sichere Radabstellanlagen zu sorgen. Zudem möchten 43 Prozent, dass mehr Abstellanlagen errichtet werden.

Attraktive Fördermöglichkeiten

Das Bundesumweltministerium (BMU) stellt für die Radabstellanlagen im Rahmen der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) – kurz Kommunalrichtlinie – einen Bundeszuschuss von 40 bis maximal 55 Prozent zur Verfügung. Die Förderung des Bundes kann grundsätzlich durch die ÖPNV-Förderung der Länder ergänzt werden. Das heißt, die Förderung des BMU wird mit der ÖPNV-Förderung mit weiteren 35 Prozent kumuliert, wodurch sich der Eigenanteil der Kommune weiter reduziert.

Deutschlandweit ist die Nachfrage der Kommunen nach der Bundesförderung groß. Ende 2019 bearbeitete die DB bereits rund 300 Projekte. Im Herbst desselben Jahres wurde die erste im Rahmen der Bike+Ride-Offensive geförderte Anlage in Hof in Bayern öffentlich vorgestellt. Die dortige Anlage bietet Platz für rund 50 Fahrräder. Die Gesamtinvestition für die platzsparenden, doppelstöckigen Fahrradständer und eine noch in Planung befindliche Überdachung belaufen sich auf rund 60.000 Euro. Ein anderes aktuelles Beispiel ist der Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen (Niedersachsen). Dort wurde die Zahl der Stellplätze ebenfalls durch ein Doppelstocksystem erhöht – von 172 Stellplätzen auf 206. Die Hälfte der Kosten von 58.000 Euro werden ebenfalls vom BMU finanziert. Doppelstockanlagen eignen sich vor allem für Bahnhöfe mit knappen Platzangebot. Das Parken von Fahrrädern in der oberen Etage der Anlage ist durch eine ausgeklügelte Technik auch für Menschen mit wenig Kraft in der Regel problemlos. Die Bahn bietet unterschiedliche Modelle für Fahrradstellplätze an: Neben Reihenbügelanlagen und Doppelstockanlagen gibt es auch Sammelschließanlagen.

Kommunalrichtlinie: Anträge ganzjährig möglich

Neben der Förderung von Fahrradabstellplätzen werden viele weitere Maßnahmen, die zum Klimaschutz beitragen, über die Kommunalrichtlinie gefördert. Das Angebot ist breit und reicht von Zuschüssen für energiesparende Beleuchtungen oder die Einrichtung eines kommunales Energie- und Umweltmanagements bis hin zu Maßnahmen zur klimafreundlichen Abfall- und Abwasserentsorgung. Für Kommunen lohnt es sich, die aktuellen Angebote im Auge zu behalten. Bereits zum 1. Januar 2019 wurde die Kommunalrichtlinie umfassend novelliert. Zum 1. Januar 2020 sind weitere Änderungen in Kraft getreten: Unter anderem können sämtliche Förderanträge nun das ganze Jahr über beim Projektträger Jülich (PtJ) eingereicht werden. Informationen zu den Fördermöglichkeiten über die Kommunalrichtlinie finden Sie hier

Weitere interessante Förderprogramme finden Sie auf unserer Seite „Förderungen für Kommunen".
Gerne stehen auch die Avacon-Kommunalreferenten als Ansprechpartner bereit.

Gute Erfahrungen mit abschließbaren Fahrradboxen

Fahrradbox
Frank Nase, Bürgermeister der Gemeinde Barleben, präsentiert die abschließbaren Fahrradboxen am Bahnhof von Barleben.

Der Bahnhofsvorplatz in Barleben (Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt) wurde bereits 2005 umgestaltet. Zu den Maßnahmen gehörte auch die Installation von 50 Fahrradstellplätzen. Dazu zählen zehn abschließbare Fahrradboxen, die für fünf Euro pro Monat vermietet werden. Hinzu kommt lediglich eine Kaution in Höhe von 20 Euro. Derzeit gibt es sieben Dauermieter, die das Angebot nutzen, berichtet Frank Nase, Bürgermeister der Gemeinde Barleben, im Januar 2020. „Dabei handelt es sich sowohl um Bürger aus Barleben, als auch um Berufspendler oder Schüler, die aus anderen Orten kommen und hier arbeiten oder zur Schule gehen. Die Nachfrage zeigt uns, dass es Menschen gibt, die ihr Fahrrad sicher und trocken am Bahnhof abstellen möchten und auch bereit sind dafür etwas zu zahlen“, sagt Frank Nase.