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Nachhaltiger Konsum

Mehr regionale Produkte – mehr Klimaschutz

Regionaler Markt
©pressmaster - stock.adobe.com

Der Direktverkauf landwirtschaftlicher Produkte schont das Klima. Gleichzeitig profitiert die lokale Wirtschaft. Viele Bauern setzten auf den Verkauf ihrer Produkte auf Wochen- und Bauernmärkten oder in Hofläden beziehungsweise Dorfläden. Diese haben auch eine große Bedeutung für das soziale Leben, vor allem in kleinen Kommunen – sind sie doch ein beliebter Treffpunkt für viele Bürgerinnen und Bürger. 

Fast 40 Prozent der deutschen Pro-Kopf-CO2-Emissionen werden durch den privaten Konsum verursacht, schreibt die gemeinnützige Beratungsgesellschaft „co2online“ in einem Artikel auf ihrer Website. Alleine 15 Prozent entfallen demnach auf die Produktion und den Transport von Nahrungsmitteln. Mit einer nachhaltigeren Ernährung, die aus mehr regionalen Produkten besteht, könnte die Klimabilanz der Verbraucher deutlich verbessert werden. Darauf verweist auch das Portal Nachhaltig-sein.info, dessen Autoren interessante Vergleichszahlen zusammengestellt haben: Würde man zum Beispiel nur die Lebensmittel importieren, die aus klimatischen Bedingungen nicht bei uns wachsen (z. B. Bananen, Kaffee oder Tee), könne man dadurch über 22 Prozent der Emissionen einsparen, heißt es in einem Artikel. Zumal nur vier Prozent der in Deutschland verbrauchten Lebensmittel aus Übersee kommen, aber ihre Transportstrecken zwei Drittel ausmachen. Selbst bei inländischen Transporten könnten 16 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden, würde man die Hälfte aller Lebensmittel, die aktuell per LKW transportiert werden, auf die Schiene verlagern. Doch noch besser sind kurze Wege und damit regionale Angebote, im Idealfall direkt ab Hof oder vom Markt.

Märkte, Hofläden und andere Wege der Direktvermarktung

Der Spargelhof Heuer in Fuhrberg (Region Hannover) ist in der ganzen Region für seine Verkaufsstände bekannt. Neben Spargel werden unter anderem auch selbstangebaute Erdbeeren und Kartoffeln direkt vermarktet.

Selbst in vielen Supermärkten werden regionale Produkte bereits als solche gekennzeichnet, sodass die Verbraucher sie bewusst auswählen und kaufen können. Eine große Rolle spielt auch die Direktvermarktung auf Wochen- oder Bauernmärkten, in Hofläden oder Dorfläden – wo das Angebot immer vielfältiger wird und mancherorts die Milch an einer Milchtankstelle selbst gezapft werden kann. Zudem gibt es an vielen Bauernhöfen Verkaufsstellen direkt an der Straße. Hier gilt meist Selbstbedienung und die Bezahlung erfolgt auf Vertrauensbasis. Im Frühling und Sommer finden sich in vielen Kommunen auch mobile Verkaufsstände mit Verkaufspersonal, in denen vor allem Spargel, Kartoffeln und Erdbeeren verkauft werden. Auch diese gehören vielerorts zum Stadtbild und demonstrieren, dass das Motto „Aus der Region für die Region“ funktioniert. 

Regionale Lebensmittel für Kindergärten und andere kommunale Einrichtungen

Eine weitere Vermarktungsmöglichkeit für regionale Produkte, die schon vor der Corona-Krise zunehmend genutzt wurde, sind „Obst- und Gemüsekisten“. Diese können zumeist über das Internet gebucht werden und beinhalten auch die Lieferung. Dieses Angebot nutzen nicht nur Privathaushalte, sondern zum Beispiel auch viele Kindergärten. Auch Küchen und Kantinen von anderen öffentlichen Einrichtungen haben die Möglichkeit, regionale Lebensmittel zu verarbeiten und den Speiseplan entsprechend auszurichten. Bei der Verwendung regionaler Zutaten sollte idealerweise immer auch das saisonale Angebot berücksichtigt werden. Das heißt zum Beispiel: Erdbeeren sollten auf dem Speiseplan stehen, wenn gerade auch Erdbeerzeit in Deutschland ist.

Märkte und Läden als Treffpunkt für Jung und Alt

Auf Märkten und in Hofläden oder Dorfläden geht es nicht nur um den Verkauf von Lebensmitteln und anderen Waren. In vielen ländlichen Gemeinden ist insbesondere der Dorfladen der neue Mittelpunkt, nachdem Bäcker und Fleischer geschlossen und die letzte Dorfgaststätte aufgegeben haben. Er ist ein zentraler Ort der Begegnung und des nachbarschaftlichen Austauschs und oftmals auch Anlaufstelle für viele Serviceleistungen. Märkte und Läden in ländlichen Gemeinden sind es daher gewiss wert, erhalten und unterstützt zu werden. Somit ist die Besinnung auf regionale Produkte nicht nur ein Gewinn fürs Klima sowie die heimische Wirtschaft und Wertschöpfung, sondern steigert außerdem die Lebensqualität in ländlichen Gebieten. 

Online regional einkaufen

Trotz Corona regional einkaufen – das Altmark-Portal

Die Corona-Krise stellt nach wie vor zahlreiche Unternehmen vor Probleme. In vielen Regionen haben sich Initiativen gebildet, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Ein nachahmenswertes Beispiel ist eine Kampagne des Altmärkischen Regionalmarketing- und Tourismusverbands (ART): Im Altmark-Portal unter www.altmark.de können sich regionale Unternehmen kostenfrei präsentieren und zeigen, wie sie derzeit für ihre Kunden erreichbar sind, oder welche alternativen Service-Angebote sie in der „Corona-Zeit“ haben. Dies sind vor allem Online-Angebote oder die Möglichkeit einer telefonischen Bestellung. Ist eine Unternehmens-Website vorhanden, so werden Besucher des Altmark-Portals automatisch weitergeleitet. In den sozialen Medien tritt der Verband übrigens mit dem Hashtag #notmachterfinderisch auf.

Carla Reckling-Kurz, Geschäftsführerin Altmärkischer Regionalmarketing- und Tourismusverband, © Danny Kurz Photography

 „Ob Bioladen, Fleischerei, Restaurant oder Buchladen, die Corona-Krise bringt für viele regionale Unternehmen wirtschaftliche Probleme. Auf www.altmark.de können sich betroffene Betriebe kostenlos präsentieren. Damit sollen Arbeitsplätze gesichert und die Wirtschaftskraft in der Region erhalten bleiben, aber auch den Altmärkern eine Orientierung an die Hand gegeben werden, wo sie in der Zeit der umfangreichen Schließungen ihre Einkäufe weiterhin regional tätigen können. Zusammenhalt und Stütze in einer Zeit, in der sich alle beschränken müssen. Die Initiative, die schon kurz nach den ersten Corona-Beschränkungen gestartet wurde, erfreut sich großer Resonanz und zeigt die große Solidarität der Menschen in der Altmark.“

Online-Plattform für landwirtschaftliche Angebote

Ein anderes positives Beispiel für die Nutzung des Internets ist das Portal Service vom Hof der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Auf dieser Online-Plattform können sich Hofläden, Hof-Cafés, Bauernmärkte, Mit-Mach-Höfe und andere Anbieter mit landwirtschaftlichen Dienstleistungen aus Niedersachsen registrieren, um von Kunden besser gefunden zu werden.

Vermittlungsplattform für Erntehelfer

Probleme gibt es in vielen landwirtschaftlichen Betrieben derzeit nicht nur im Vertrieb. Auch in der Produktion kämpfen Landwirte mit Schwierigkeiten, denn aktuell fehlen bei der Spargelernte Erntehelfer. Auch bei der Erdbeer- und Kartoffelernte wird sich der Mangel in diesem Jahr bemerkbar machen. Zwar gab es durch politische Entscheidungen Erleichterungen bei den Reisebeschränkungen zwischen Deutschland und den osteuropäischen Nachbarländern, sodass 80.000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland kommen dürfen. Laut Deutschem Bauernverband werden bundesweit jedoch rund 300.000 Saisonkräfte benötigt, sodass die Landwirte auch auf deutsche Helfer, auch aus anderen Branchen, angewiesen sind. Die in Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf den Weg gebrachte Vermittlungsplattform Das Land hilft bringt die Landwirte schnell und unbürokratisch mit inländischen Arbeitnehmern zusammen. 

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