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Künstlerstadt Kalbe: klein und kreativ

Corinna Köbele, niedergelassene Psychologische Psychotherapeutin, engagiert sich ehrenamtlich und gründete 2013 mit Gleichgesinnten den Verein Künstlerstadt Kalbe. (© Künstlerstadt Kalbe)
Der Künstlerstadt Kalbe e. V. zählt zu den „Neulandgewinnern“ der Robert-Bosch-Stiftung und wurde auch im Wettbewerb „Deutschland Land der Ideen“ geehrt. Vereinsvorsitzende Corinna Köbele erläutert Konzepte zur regionalen Entwicklung des ländlichen Raums.

23 Einwohner pro Quadratkilometer und 7.645 Einwohner insgesamt – die zwischen Gardelegen und Salzwedel gelegene Einheitsgemeinde Kalbe (Milde) ist alles andere als dicht besiedelt und von Wegzug sowie von Gebäudeleerstand betroffen. Mit welchen kreativen Ideen steuert Ihr Verein dem entgegen?

Anstatt die Realität zu beklagen, haben wir einen anderen Blickwinkel eingenommen und im sprichwörtlichen Sinne aus der Not eine Tugend gemacht: Dabei betrachten wir Kalbe als eine Stadt mit luxuriös viel Platz, den die Einwohner mit jungen Kunstschaffenden teilen können. Der Leerstand bietet somit auch vielfältige Chancen, um mit den Mitteln der Kunst kreative Lösungen für die Nutzung leerstehender Gebäude zu finden. 

Ein aktuelles Beispiel dafür ist der alljährlich stattfindende 50-tägige Sommercampus. Was hat es damit auf sich?

Vom 24. Juli bis 10. September 2017 fand in Kalbe zum fünften Mal der Sommercampus statt: 28 Kunststudierende aus Deutschland, Armenien, China, Österreich, Polen und Südkorea konnten zwei bis vier Wochen lang in Kalbe leben und arbeiten. Die Stipendiaten wurden in regulären Zimmern untergebracht, die einfach eingerichtet sind. Die Atelier-Räume allerdings befanden sich in zwischengenutzten Häusern, welche vorher leer standen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Stipendiaten, im Rahmen von wöchentlichen Events ihre hier entstandenen oder mitgebrachten Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Als Ansprechpartner vor Ort stand jedem Stipendiaten eine Patin beziehungsweise ein Pate zur Seite. Sichtbarer Nutzen: Einige der in den Vorjahren beim Sommer- oder Wintercampus zwischengenutzten Häuser sind heute saniert und wieder vermietet.

Erhalten Sie oft Anfragen aus anderen Städten bezüglich der Wirkung von Kunst im Alltag? Und wie können sich Interessenten am besten darüber informieren?

Ja, das Projekt zieht immer größere Kreise, unser Verein hat bereits 130 Mitglieder aus aller Welt, darunter zahlreiche Fördermitglieder. Ein von uns initiiertes „Bänkefest“ zur Verbesserung nachbarschaftlicher Kommunikation wird schon von anderen Städten  in der Altmark aufgegriffen. Und sogar aus den Niederlanden und Großbritannien kamen Anfragen. Auf der Webseite der Künstlerstadt Kalbe finden Interessierte unser 20-seitiges „Handbuch für Entdecker“. Darin werden viele Projekte in Wort und Bild beschrieben. Anschauen lohnt sich – Nachmachen oder künstlerisches Interpretieren ist ausdrücklich erwünscht.  

© Künstlerstadt Kalbe
Optisch veredelt

Von den 56 Avacon-Verteilerschränken im Stadtgebiet von Kalbe wurde mittlerweile rund ein Viertel kreativ verschönert: Auf Initiative des Künstlerstadt Kalbe e.V. schwingt Harald Müller den Pinsel. Das Projekt wird über das EU-Programm „Jobperspektive 58plus“ gefördert. In die Auswahl der Motive sind Anwohner einbezogen. Eines der ersten Bilder zeigt Eugenie Schildt (1831 bis 1900), eine frühe Förderin von Kunst und Sozialem in Kalbe.

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Kunst an Trafostationen

Im Verteilnetzgebiet lässt Avacon regelmäßig Trafostationen optisch aufwerten. In den letzten sechs Jahren verschönerten die Fassadenkünstler von Art-EFX aus Potsdam im Auftrag von Avacon insgesamt 300 Stationen mit vielfältigen Motiven.