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Vater und Sohn liegen auf Boden mit Fußbodenheizung

Lüneburg hat Energie

Nachhaltig wärmen in Reppenstedt

Wärme, die aus dem Erdreich kommt

Im Neubaugebiet Reppenstedt heizt man künftig mit natürlicher Energie.

Mit einem innovativen Quartiersversorgungskonzept stellen wir Weichen für die Zukunft: Am Schnellenberger Weg in Reppenstedt sollen die rund 270 Wohneinheiten ihren Wärmebedarf bald nachhaltig und klimaneutral decken.

Ein sogenanntes "kaltes Nahwärmenetz" wird dort Ein- und Mehrfamilienhäuser, Reihen- und Doppelhäuser sowie eine Kita versorgen. Im Unterschied zur Fernwärme arbeitet ein kaltes Nahwärmenetz mit niedrigeren (Netz-)Temperaturen, die wir in diesem Fall aus der Erde und aus der Umgebungsluft gewinnen. Niedrige Netztemperaturen haben vor allem den Vorteil, dass Leitungsverluste eingespart werden können.

Um Temperaturen zu erreichen, die sich für die Raumheizung und das Trinkwasser eignen, erhitzen die Wärmepumpen in den einzelnen Gebäuden das Wasser auf ein nutzbares Temperaturniveau. An warmen Tagen kann dieses kalte Nahwärmenetz sogar für Kühlung in den Gebäuden sorgen: Die Nutzer:innen können je nach Bedarf heizen oder kühlen.

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So funktioniert das "kalte Nahwärmenetz":

Infografik Kalte Nahwärme

  • In Reppenstedt arbeiten wir mit Geothermie: Dabei wird die Wärme zunächst als Wasser über Erdwärmesonden aus dem Boden hochgepumpt.
  • In unserer Heizzentrale heben Wasser-Wasser-Wärmepumpen die Temperatur dann auf ca. 20°C an, unterstützt von Luft-Wasser-Wärmepumpen, die zusätzlich Wärme aus der Umgebungsluft ziehen. Den dafür benötigten Strom liefert u.a. die PV-Anlage auf dem Heizwerk.
  • Anschließend wird das Wasser durch das kalte Nahwärmenetz zu den einzelnen Gebäuden transportiert.
  • Die dezentralen Wärmepumpen heizen es dort auf die individuell gewünschte Temperatur hoch: So kann es nun für die Raumheizung (ca. 40°C) und zur Erwärmung des Trinkwassers (ca. 65°C) genutzt werden.

Sämtliche Gebäudetypen können das kalte Nahwärmenetz während der Sommermonate auch zur Kühlung nutzen: Sind bestimmte technische Vorgaben erfüllt, kann diese Option einfach zum Hausanschluss dazugebucht werden.

Das Prinzip Geothermie

Wärmeenergie fördern und nachhaltig nutzen

Für das Wärmenetz in Reppenstedt werden Erdwärmesonden 150 m tief in den Boden gebohrt, wo die Temperatur ganzjährig konstant ist. In diesen Sonden fließt ein Wasser-Sole-Gemisch, das nach unten gepumpt, dort erhitzt und warm wieder nach oben befördert wird. Danach kann die Temperatur durch Wärmepumpen weiter erhöht werden, bis sie hoch genug ist, um Gebäude zu heizen.

Diese sogenannte oberflächennahe Geothermie gilt als besonders effiziente Energiequelle für Niedertemperaturnetze, weil es die in der Erdkruste gespeicherte Wärmeenergie optimal nutzt. Dabei bilden die Erdwärmesonden geschlossene Systeme: Nach der Nutzung in den Häusern bleibt das Wasser nicht an der Oberfläche, sondern wird abgekühlt wieder zurück ins Erdreich gepumpt und erneut auf Temperatur gebracht. Ein Kreislauf also, bei dem keine Wärme verlorengeht!

Von Tiefengeothermie spricht man dagegen, wenn die Erdwärmesonden über 400 m tief in die Erde gebohrt werden – bis hin zu mehreren Kilometern Tiefe. Mithilfe tiefer Geothermie kann man Strom erzeugen und Wohngebiete noch großflächiger mit Wärme versorgen.

Beeindruckende Luftaufnahmen von den Bohrungen.

„Im Unterschied zur Fernwärme arbeitet ein kaltes Nahwärmenetz mit niedrigeren Temperaturen, die wir in diesem Fall aus der Erde und aus der Umgebungsluft gewinnen“, berichtet Harald Gründel, Projektleiter bei Avacon Natur.

Mehr über Avacon Natur

Unser Tochterunternehmen Avacon Natur entwickelt zukunftsfähige Energielösungen und verbindet dabei natürliche Ressourcen mit technischem Know-how. Dazu gehören unter anderem innovative Wärme- und Photovoltaik-Konzepte sowie sektorenübergreifende Quartierslösungen.