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"Digitale Museumsformate können nur ein Zusatzangebot sein"

Vernetzt in Lüneburg – Hilke Lamschus vom Salzmuseum Lüneburg
Hilke Lamschus leitet das Deutsche Salzmuseum in Lüneburg

Als Historikerin kennt Hilke Lamschus die Stadtgeschichte Lüneburgs in- und auswendig und weiß zudem, wie sehr das Salz einst das Treiben an der Hanse geprägt hat. Und das „weiße Gold“ ist heute, in der Gegenwart, der Mittelpunkt ihres Berufsalltags. Sie leitet das Deutsche Salzmuseum in Lüneburg, kennt jedes Detail über das kostbare Kulturgut und versteht es, diese Fakten für die Besucher spannend aufzubereiten.

 

Bitte beschreiben Sie sich selbst mit drei Worten!

Positiv, kreativ und fröhlich dem alltäglichen Chaos begegnend.
 

Mit Avacon auf Zeitreise: In welchem Jahrhundert oder Jahrzehnt würden Sie gerne landen und warum?

Als Historikerin weiß ich, dass es in allen Jahrhunderten viel Leid und Elend gab. Deshalb würde die Zeitmaschine mich nicht in zurückliegende Zeiten katapultieren. Als neugieriger Mensch wüsste ich allerdings sehr gerne , wie sich unsere Welt weiterentwickelt. Haben unsere Nachkommen unsere heutigen Probleme gelöst? Ist es auf der Erde noch lebenswert? Und wie entwickelt sich eine alte Stadt wie Lüneburg weiter? Wie ging es mit dem Salzmuseum weiter?
 

Mit welchem Fakt über Salz überraschen Sie die meisten Besucher?

Viele wissen nicht, dass Salz ein wichtiger Rohstoff  in der chemischen Industrie geworden ist. Mittlerweile kommen dort 80 % der gesamten Salzproduktion zum Einsatz. In der Lebensmittelverarbeitung ist es tatsächlich nur noch 1 % der Gesamtmenge.


Gibt es einen Museumsbesucher, der Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben ist und wenn ja, warum?

Interessante Begegnungen gibt es im Museum täglich. Über eine Episode lachen wir auch heute immer wieder: Ein Gast beschwerte sich wütend an der Kasse, das Museum sei so schmutzig, dass sich schon die Ratten in der Ausstellung breit gemacht hätten. Der gute Mann hatte übersehen, dass das Nagetier ausgestopft und als Exponat auf unserer Hansekogge aufgestellt war.

 

Welche Ausstellung im Salzmuseum war Ihr persönlicher Favorit?

Unsere Ausstellung zu der Alltagswelt der 1950er-Jahre in Lüneburg. Mit dieser Ausstellung konnte ein sehr breites Publikum erreicht werden. Selbst Menschen, die häufig noch Berührungsängste gegenüber einem Museum hatten, fühlten sich hier wohl. Für viele war es eine sehr emotionale Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Jeder hatte eine Geschichte zu dieser Zeit beizutragen, es wurde gelacht, geschmunzelt und manchmal auch geweint.


Corona fordert uns alle heraus. Wie meistert das Salzmuseum die aktuelle Situation?

Für das Publikum ist unser Museum geschlossen. In der Ausstellungsbereichen ist das Licht gedimmt, es mutet an wie in dem Film „Nachts im Museum“! Allen Mitarbeitern fehlt die Lebendigkeit im Haus, die durch unsere vielen Gästen entsteht. Hinter den Kulissen wird im Haus aber fleißig weitergearbeitet – vom Hausmeister bis zur Museumspädagogin sind alle im Einsatz und bereiten die baldige Öffnung vor. Es dauert nicht mehr lang!

 

Das digitale Museum: Werden virtuelle Ausstellungen die Zukunft sein?

Digitale Museumsformate können nur ein Zusatzangebot sein. Sie können nicht die originale Begegnung ersetzen und die Erfahrungen mit allen Sinnen im Museum ersetzen.

 

Woher nehmen Sie in der Corona-Krise Ihre Energie?

Ich versuche mich viel an der frischen Luft zu bewegen und durch Sport einen Ausgleich zum vielen Sitzen zu erlangen. Meine kleine Enkeltochter lehrt mich, die Welt neu zu entdecken und positiv zu denken.

 

Wem würden Sie am liebsten den Strom für 24 h abdrehen?

Allen, die es nicht schaffen, über Nacht ihre vielen technischen Geräte auszuschalten.

 

Was ist Ihr Lieblingsort in Lüneburg, um neue Energie zu tanken?

Mein großer Garten, in dem ich auch am Sonntag in Matschstiefeln „schuften“ kann.

 

Und der perfekte Ort, um sich zu vernetzen?

Das Deutsche Salzmuseum mit seinen vielen interessanten und neugierigen Besuchern bietet dazu ein großes Podium.

 

Das Lüneburger Leitungswasser hat eine spitzenmäßige Qualität. Wie pimpen Sie dieses am liebsten zum Trinken auf?

Am liebsten trinke ich das Wasser direkt pur aus der Leitung. Soll es doch etwas zusätzlichen Geschmack bekommen, pimpe ich es mit frischer Minze oder Zitronenmelisse aus dem Garten auf. Auch für meine spezielle Teemischung eignet sich das Lüneburger Wasser ganz wunderbar.


Was wünschen Sie sich für das Lüneburg der Zukunft?

Ich hoffe, dass viele kreative und nachhaltige Ideen aus der Zukunftswerkstatt umgesetzt werden und die Stadt ihren liebenswerten Charme behält. Allerdings muss man dabei einigen Lüneburgern auch zurufen: „Lüneburg ist nicht der Nabel der Welt!“

 

 

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