24/7 für Sie erreichbar

Wir sind jederzeit für Sie erreichbar. Wählen Sie hier Ihren gewünschten Kontaktkanal aus.

"Das Impfzentrum war eine logistische Meisterleistung."

Vernetzt in Lüneburg – Porträt Matthias Menzel vom THW
Matthias Menzel ist ehrenamtlich für das THW Lüneburg im Einsatz

Matthias Menzel engagiert sich ehrenamtlich beim THW Lüneburg, zuletzt beim Bau des Impfzentrums. Zusammen anzupacken, ohne großes Wenn und Aber – das motiviert den Techniker, der seit seiner Ausbildung bei Avacon zahlreiche THW-Einsätze vor Ort miterlebt hat. Dabei geht es nicht immer um Leben und Tod, sondern manchmal auch schlicht ums Feiern: Auch das finden wir richtig gut!

Bitte beschreiben Sie sich selbst mit drei Worten!

Zuverlässig, hilfsbereit, optimistisch.

Was ist Ihr Job, wenn Sie nicht gerade Impfzentren aufbauen oder Dämme befestigen?

Eigentlich arbeite ich bei Avacon in der Prozessdatentechnik. Heißt, ich bin zuständig für die technische Überwachung der Anlagen – von der Gasleitung bis zum Blockheizkraftwerk. 

Wie sind Sie zum THW gekommen?

Ich bekam 2006 nach meiner Ausbildung ein Jobangebot von Avacon und sollte sofort anfangen. Deshalb brauchte ich erstmal einen Ersatzdienst für den Bund, und da bot sich das THW an. Nach vier Jahren bin ich dann freiwillig dabeigeblieben. Was soll ich sagen – es passte einfach.


Kurz nach Weihnachten haben Sie mit dem THW das Impfzentrum in der Halle von Deerberg aufgebaut – und das innerhalb von nur zwei Tagen. Wie kam es dazu?

Ursprünglich sollte ja das „Kindertobeland“ in Adendorf leergeräumt und zum Impfen genutzt werden. Das wurde dann aber kurzfristig abgesagt, als klar wurde, dass die Halle dann möglicherweise sehr lange nicht mehr für tobende Kids zur Verfügung stehen würde. Das Gebäude von Deerberg stand sowieso leer, daher war das ideal. Und weil wir davon ausgingen, dass es dann sehr schnell losgeht mit dem Impfen, haben wir uns eben auch sehr, sehr beeilt … Die komplette Infrastruktur wurde in nur 48 Stunden aufgebaut, inklusive allem. Das war schon eine logistische Meisterleistung.

 

Was ist konkret Ihre Aufgabe bei solchen Einsätzen?

 Ich bin in der Fachgruppe „Elektroversorgung“ tätig, das heißt, ich kümmere mich um alles, was den Strom angeht. In diesem Fall ging es darum, dass wir die Impfzellen mit Strom versorgen.


Gab es ähnlich spektakuläre Einsätze in den vergangenen Jahren?

Einige! Nehmen Sie zum Beispiel unseren Einsatz in der Theodor-Körner-Kaserne, die wir für Geflüchtete ausgestattet haben: Da ging es für meine Abteilung darum, die technischen Möglichkeiten für die gesamte Kommunikation zu schaffen. Oder die Flutkatastrophe 2013 – da war ich an den Abfüllplätzen für die Sandsäcke beschäftigt. Für den Einsatz wurde ich drei komplette Wochen lang von meinem Job freigestellt.

 

Und das ging einfach so?

Sagen wir mal so: Der Arbeitgeber ist zwar gesetzlich verpflichtet, einen für den Katastrophenfall freizustellen. Aber es ist natürlich auch ein gutes Gefühl, wenn man da auch weiß, dass man Rückendeckung hat. Ich habe Glück, dass Avacon die ehrenamtliche Tätigkeit von Mitarbeitern sehr unterstützt – ich bin ja nicht der Einzige, der sowas macht. Andere sind da zum Beispiel für die Freiwillige Feuerwehr oder andere Organisationen tätig.

 

Was machen Sie beim THW, wenn es nicht gerade um Leben und Tod geht?

Wir sorgen zum Beispiel dafür, dass Menschen sicher feiern können – vielleicht nicht jetzt, aber hoffentlich bald wieder! Aktuell unterstützen wir ja hauptsächlich im Rahmen der Corona-Maßnahmen. Normalerweise sind wir aber auch bei Events wie dem jährlichen Oldtimertreffen oder dem 24-Stunden-Roller-Rennen vor Ort. Und natürlich beim Brückenfest im Amt Neuhaus, bei dem die Menschen jedes Jahr wieder eine (noch) nicht vorhandene Brücke feiern …

 

Das macht dann schon Spaß, oder?

Sicher! Daneben ist es auch toll, mit Freiwilligen aus anderen Ortsverbänden zusammenzuarbeiten: Beim THW absolviert jeder die gleiche Ausbildung, so dass das Zusammenspiel reibungslos funktioniert. Das schweißt zusammen, und man lernt immer wieder tolle neue Menschen kennen

 

Da erübrigt sich wahrscheinlich die Frage nach dem perfekten Ort, sich zu vernetzen …

 Genau. Beim THW!

 

Was muss man mitbringen, um als Ehrenamtlicher beim THW mitzuarbeiten?

Spaß an der Sache, Verlässlichkeit und sicherlich eine Portion Idealismus.

 

Würden Sie Ihren Kindern so ein Ehrenamt empfehlen?

Auf jeden Fall. Für Kinder gibt es ja auch die THW Mini-Gruppe, da können sie schon mal üben ... Solche Sachen sind wichtig, und ich hoffe, dass die ganz bald wieder möglich sind.


Worauf muss sich das THW in Zukunft vorbereiten?

Wir versuchen grundsätzlich, für alle Szenarien gewappnet zu sein. Das heißt, wir müssen Risiken im Auge behalten, die heute schon erkennbar sind, zum Beispiel die zunehmenden Wetterextreme, durch die immer wieder kurzfristig bedrohliche Szenarien entstehen können. Aber es gibt natürlich auch Faktoren, die wir heute noch gar nicht abschätzen können. Abgesehen davon ist das THW ja parallel auch im Ausland beschäftigt: Schnelleinsatztruppen kümmern sich zum Beispiel in Krisengebieten um Themen wie die Trinkwasseraufbereitung – das wird sicherlich auch in Zukunft ein Thema bleiben.

 

Apropos Trinkwasser: Wie trinken Sie denn Ihr Lüneburger Leitungswasser am liebsten?

Ich trinke das gern pur und ohne Schnickschnack.

Weitere Interviews

mit Menschen, die Lüneburg Energie verleihen

Vernetzt in Lüneburg – Porträt Martin Kurras-Ratjen vom Spielwarengeschäft „Heldenherz“

Hilke Lamschus

Hilke Lamschus leitet das Salzmuseum in Lüneburg und kennt sich mit dem weißen Gold bestens aus.

Vernetzt in Lüneburg – Porträt Martin Kurras-Ratjen vom Spielwarengeschäft „Heldenherz“

Christian von Stern

Christian von Stern führt das Familienunternehmen, die von Stern'sche Druckerei in der 14. Generation.

Vernetzt in Lüneburg – Porträt Martin Kurras-Ratjen vom Spielwarengeschäft „Heldenherz“

Martin Kurras-Ratjen

Martin Kurras-Ratjen betreibt den Lüneburger Kult-Spieleladen „Heldenherz“ und weiß, welche Gesellschaftsspiele für positive Energie sorgen.

Alle Interviews im Überblick

Lüneburg hat Energie – und die steckt vor allem in den Menschen, die sich tagtäglich mit viel Herzblut für die Stadt engagieren. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen.