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Rebecca von Brockhusen

"In unserem Team sind alle mit Herzblut dabei."

Vernetzt in Lüneburg – Porträt Rebecca von Brockhusen
Rebecca von Brockhusen ist 1. Vorsitzende des ambulanten Hospizdienstes Lüneburg.

Ihr Ehrenamt als 1. Vorsitzende des ambulanten Hospizdienstes  Lüneburg hat Rebecca von Brockhusen sich nicht gesucht – es hat sie gefunden. Inzwischen übt sie das Amt seit über zwei Jahren aus und ist auch selbst im Besuchsdienst bei Menschen mit lebensverkürzenden Erkrankungen im Einsatz. Ihre Herzensangelegenheit ist es, den Erkrankten eine schöne Zeit zu schenken – deshalb wird viel zusammen gelacht. Neue Energie für die anspruchsvolle Tätigkeit sammelt sie in ihrer Küche. Sie liebt es, zu kochen und zu backen.

 

Bitte beschreiben Sie den ambulanten Hospizdienst Lüneburg in drei Worten.
Das ist für mich als alte Schnackertante superschwer. Aber ich entscheide mich für: erfahren, zuverlässig, liebevoll.


Erzählen Sie gerne etwas genauer – was macht den Hospizdienst aus?

Im letzten Jahr haben wir unser 25. Jubiläum gefeiert. Daher haben wir einige Jahre Erfahrung vorzuweisen. Und ohne Zuverlässigkeit und die Liebe zu dem, was wir tun, könnte es unseren Dienst nicht geben.

Wir haben insgesamt über 80 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Manche von ihnen sind schon seit 20 Jahren dabei. Außerdem zählen wir stolze 500 Vereinsmitglieder. Somit sind wir einer der größten Anbieter in Niedersachsen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in ihren Charakteren sehr unterschiedlich und so finden wir immer eine passende Person für unsere Patientinnen und Patienten. Unser großer Fundus ist unsere Stärke. Es ist in all den Jahren nur viermal vorgekommen, dass die Chemie nicht stimmte.


Wer hält den Hospitzdienst am Laufen?

Es sind sowohl unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unsere Koordinatorinnen und Koordinatoren, unsere Vorsitzenden, als auch unsere Vereinsmitglieder. Sie alle sind unabdingbar für unseren Hospizdienst. Natürlich spielt auch Geld eine Rolle – wir finanzieren uns über Spenden und Mitgliedsbeiträge.


Wie kamen Sie zu diesem Amt?

Das ist eine verrückte Geschichte. Meine Vorgängerin rief mich an einem Sonntagmorgen an. Sie kannte mich nur von zwei Veranstaltungen, dachte aber, dass ich genau die Richtige dafür bin. Ich musste nicht lange drüber nachdenken, habe die Ausbildung zur Hospizbegleiterin gemacht und dann wenig später die Leitung übernommen. Ich denke, man kann nur mitarbeiten, wenn man die Praxis kennt. Mein Amt als 1. Vorsitzende erfülle ich ehrenamtlich, ich mache auch immer noch Besuchsdienste. Nur unsere Koordinatorinnen sind angestellt.


Inwiefern treffen die Auswirkungen des Corona Virus den Hospizdienst?

Wir haben viel Verantwortung für die Menschen zu tragen und deshalb habe ich frühzeitig entschieden, die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler nicht mehr rauszuschicken. Das ist natürlich sehr schade, aber notwendig, denn wir arbeiten nur mit Risikopatientinnen und -patienten. Es ist unsere Aufgabe, diese zu schützen. Seit dem 18. Mai sind die ersten Besuche prinzipiell wieder möglich – natürlich unter der Einhaltung besonderer Vorsichtsmaßnahmen und nur in Privathaushalten. In Seniorenheimen gilt noch immer das Besuchsverbot, was ich auch für absolut richtig halte.

Manche Kolleginnen und Kollegen haben per Telefon oder Videoanruf Kontakt mit ihren Patientinnen und Patienten aufgenommen. Außerdem hat eine Grafikerin eine tolle Postkarte gestaltet, die sie anfordern und an ihre jeweiligen Patientinnen und Patienten schicken können. Es ist herzerwärmend, welche Ideen entstehen. Unsere Möglichkeiten sind durch die Situation dennoch sehr begrenzt.

Für uns ist es nicht leicht zu ertragen, dass sich momentan alles um Corona dreht. Es gibt leider sehr viel mehr Krankheiten, die jedes Jahr viele Menschen das Leben kosten. Diese geraten durch die aktuelle Debatte leider in Vergessenheit.


Woher nehmen Sie in dieser besonderen Zeit Ihre Energie?

Meine Kraft tanke ich in der Küche. Ich liebe es, zu kochen! Mein Mann nennt das meditatives Kochen – und damit hat er recht. Ich träume von einem eigenen Kochbuch – jetzt habe ich viel Zeit, um Rezepte zu entwickeln. Meine Liebe zu gutem Essen lebe ich außerdem in meinem Minijob aus. Ich arbeite beim Delikatessen Laden VIOLAS. Aufgrund der Corona-Situation muss das derzeit natürlich pausieren. Ich habe zudem eine großartige Familie und einen tollen Garten, in dem ich mir gern die Sonne auf die Nase scheinen lasse.

Im Hospizdienst schöpfe ich Energie in unserem Mädelsteam. Wir sind alle mit Herzblut dabei. Natürlich arbeiten wir in einem beschwerlichen Bereich, aber es herrscht bei uns keine Totengräberstimmung. Es ist auch oft lustig. Wir können viel tun, um den Menschen schöne letzte Lebenstage zu schenken. Das ist sehr bereichernd.


Was können Lüneburgerinnen und Lüneburger derzeit tun, um dem Hospizdienst zu helfen?

Spenden helfen uns immer sehr. Eine ganz tolle Hilfe leistete auch der Laden „Make Sunday Monday.“ Sie stellen uns kostenlos Schutzmasken zur Verfügung. 


Was ist Ihr Lieblingsort in Lüneburg, um sich zu vernetzen?

Da muss ich gar nicht lange nachdenken: Es gibt ein Event, das mir geholfen hat, richtig in Lüneburg anzukommen. Das ist der Hühnerabend von der Provinzperle. Da treffen sich einmal im Monat nur Frauen zum Schnattern und Trinken. Da sind ganz viele tolle Mädels dabei, die Spannendes zu erzählen haben. Wir sind meist um die 120 Frauen. Beim Hühnerabend habe ich unter anderem unsere Grafikerin und auch neue Ehrenamtlerinnen kennengelernt. Das ist wirklich ein unfassbar tolles Netzwerk.


Das Lüneburger Leitungswasser hat eine hervorragende Qualität. Wie frischen Sie Ihr LüneWasser vor dem Trinken am liebsten auf?

Wir machen mit unserer Sodastream gerne Sprudelwasser daraus. Außerdem stelle ich gern selbst Sirup her. Von Holunderblüte über Zitrone bis Melone und Rosmarin ist alles dabei.


Was wünschen Sie sich für das Lüneburg der Zukunft?

Ich würde mich freuen, wenn die vielen kleinen eigentümergeführten Geschäfte bleiben und unser Verein weiterhin von den Lüneburgerinnen und Lüneburgern gesehen wird. Wir bekommen viel Unterstützung und ich hoffe, dass es so bleibt.

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