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Sandra Born von KRASS e.V.

Schöne Momente sind unser Antrieb

Vernetzt in Lüneburg – Porträt Sandra Born, Leiterin von KRASS e.V.
Sandra Born leitet seit 2014 den gemeinnützigen Verein KRASS e.V,.

Der gemeinnützige Verein KRASS e.V. unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, einen kostenlosen und niederschwelligen Zugang zu kulturellen Angeboten zu bekommen. Durch viel Mal- und Bastelzeit sowie Spiel- und Kunstzeit können sich Kinder- und Jugendliche selbstbewusst entwickeln und neue Schlüsselkompetenzen erlernen. Die Kunsttherapeutin Sandra Born leitet das Team in Lüneburg und stellt uns im Interview mit „Vernetzt in Lüneburg“ ihre Arbeit vor.

 

Bitte beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Ideenreich, empathisch, umsetzungsreich!


Was ist Ihr Lieblingsort in Lüneburg (und Umgebung), um neue Energie zu tanken?

Der Wald - ich bin gern in der Natur unterwegs und gehe laufen oder spazieren. Tatsächlich sind auch die Flüchtlingsunterkünfte für mich eine Energiequelle und der Austausch und das was vor Ort von den Kindern zurück kommt ein guter Ausgleich.
 

Und der perfekte Ort, um sich zu vernetzen?

Zum Beispiel auf der Benefizveranstaltung für die Ukraine am 13. März, Am Sande, durch Kooperationen, auch medial natürlich, in unserer Zentrale und überall dort, wo ein Laptop steht.


Das Lüneburger Leitungswasser hat eine spitzenmäßige Qualität. Wie pimpen Sie dieses am liebsten zum Trinken auf?

Das trinke ich am liebsten pur und freue mich, dass auch immer mehr Kinder gerne Leitungswasser trinken.

 
Was wünschen Sie sich für das Lüneburg der Zukunft?

Dass die Hilfsbereitschaft in Krisenzeiten auch dauerhaft anhält.
 

 KRASS eV – Können Sie den Verein kurz beschreiben?

Der große Verein, das Mutterhaus, wurde 2009 in Düsseldorf gegründet. Dadurch habe ich mich inspirieren lassen und habe 2016 KRASS hier in Lüneburg gegründet. Mit unserer integrativen Arbeit wollen wir Kindern und Jugendlichen ermöglichen, gemeinsam zu malen und zu tanzen, Kunst und Kultur zu erleben und ihnen besondere Momente zu schenken. Außerdem stärken wir die sozialen Kompetenzen. Unser Team besteht aus Kunsttherapeut/Innen teils mit traumatherapeutischer Weiterbildung, und Mitarbeitern aus dem pädagogischen Bereich, sowie vielen Ehrenamtler/Innen. Wir sind u.a. in den Gemeinschaftsunterkünften und in Grundschulen der Stadt und des Landkreises mit mobilen Ateliers unterwegs und können zudem die Räume von vielen Kooperationspartnern nutzen.

 

KRASS eV - Wie lange sind Sie schon dabei und wie hat alles begonnen?

Über Facebook habe ich von dem Verein erfahren und war von den Grundideen sofort begeistert. Ich habe immer schon mit Menschenrechtsorganisationen zusammengearbeitet. Durch die Flüchtlingskrise habe ich dann den finalen Impuls bekommen. Wir haben schnell angefangen, direkt in den Unterkünften zu arbeiten. Nach und nach kamen weitere hinzu und wir haben zudem die Kunsttherapie in unsere Arbeit eingebunden. In der Pandemie hatten wir kurz Panik, dass wir die Kinder allein lassen müssen. Wir wussten, dass wir schnell alternative Konzepte erstellen müssen. Wir haben dann wöchentlich Videos mit künstlerischer Anleitung erstellt, um Kinder zum Mitmachen zu motivieren. Außerdem haben wir ein Theaterstück als Hörspiel aufgenommen. Für diese Projekte haben wir sogar den Integrationspreis des Landes Niedersachsen erhalten. Zwar hatte und hat nicht jedes Kind ein eigenes Handy, aber wir haben uns mit allen über die Eltern oder die älteren Geschwister vernetzen können und gespendete Handys verteilt. Bei einer weiteren Aktion haben wir auf Leinwände 100 Krafttiere gemalt, die anderen Kindern und auch Erwachsenen positive Impulse vermitteln sollen.

 
Wie groß ist Ihr Team?

Wir sind drei Kunsttherapeutinnen, eine Theaterpädagogin, ein Tanzlehrer, ein Administrationsteam, das aus zwei Studierenden besteht, ca 8 Ehrenamtler/Innen und eine Bundesfreiwilligendienstlerin. Zudem haben wir natürlich viele Kooperationen.

Wo wir Unterstützung bräuchten, ist in der Verwaltung und Administration der Projekte.


Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen?

Die Botschaft, dass Herkunft, Nationalität oder Religion nicht dafür ausschlaggebend sind, wie man einen Menschen bewertet. Außerdem möchte ich Freude und Fröhlichkeit mittels künstlerischen Medien teilen.

 
An welchen Moment/welches Ereignis erinnern Sie sich besonders gern?

Ich erinnere mich besonders gerne an unsere Veranstaltungen und Begegnungsfeste. Vor allem an das dezentrale „Festival der Verbindungen“, CON NEXT, in Melbeck. Bei bestem Wetter haben wir im letzten Jahr mit allen Generationen gefeiert – von Großeltern bis Babys. Verschiedene Musik Genres und Kunstworkshops wurden angeboten.

Wegen Corona war das Festival über den ganzen Landkreis verteilt. Schöne Momente sind einfach unser Antrieb. Ganz besonders ist auch, dass man sich in den Kunststunden auch ohne Worte versteht. Das sind Momente der inneren Verbundenheit – ohne Worte und ohne Sprache.


Welche Projekte und Aktionen haben Sie 2022 geplant?

Wir wollen neue EhreamtlerInnen aufnehmen und Kurse für Kinder aus der Ukraine anbieten. Wir haben bereits damit angefangen und mit einer ersten Gruppe gemalt. Auch von Grundschulen wurden wir schon angesprochen. Wir wollen mit unserer Arbeit die Resilienz der Kinder stärken und unterstützen, indem wir Material zur Verfügung stellen und dann niederschwellig mit den Kindern künstlerisch arbeiten. Dafür setzen wir auch kunsttherapeutische Methoden ein.

Andere Kinder werden durch die aktuellen Ereignisse gelegentlich (re)traumatisiert – auch damit müssen wir umgehen und helfen. 2022 ist außerdem eine Kooperation mit der Tafel angedacht. Und es wir das Resilienzprojekt „Lachart“ ins Leben gerufen.

 
Ein letzter Satz von Ihnen …

Wir brauchen immer Menschen, die uns unterstützen. Und wir wünschen uns Planungssicherheit.

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