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Susanne Pöss vom Kreissportbund Lüneburg

Mehr Wertschätzung und Wahrnehmung für Sportvereine

Vernetzt in Lüneburg – Porträt  Uwe Plikat
Immer in Bewegung bleiben: Susanne Pöss ist die Geschäftsführerin des Kreissportbundes Lüneburg und hält sich mit Volleyball und Mountainbike fit.

Seit ihrer Kindheit begeistert sich Susanne Pöss für den Sport. Sie hat Volleyball gespielt, sich als Frauenwartin im Verein engagiert und ist dank ihres ehrenamtlichen Engagements auch hauptberuflich im Sport durchgestartet. Mittlerweile lenkt sie als Geschäftsführerin die Geschicke des Kreissportbundes Lüneburg. In der Corona-Krise hat Susanne Pöss dafür besonderen Einsatz zeigen müssen – natürlich mit Unterstützung der zahlreichen Engagierten aus den Sportvereinen.

 

Bitte beschreiben Sie sich selbst mit drei Worten!

Kommunikativ, motiviert und positiv.

 

Was ist Ihr Lieblingsort in Lüneburg (und Umgebung), um neue Energie zu tanken?

Um Energie zu tanken, muss ich nach draußen in die Natur: Im Garten entspannen, im Garten arbeiten oder einfach jeden Tag mit dem Hund mehrfach im Wald spazieren gehen, unweit von Lüneburg.

 

Und der perfekte Ort, um sich zu vernetzen?

Immer und überall. Meine Devise: Nutze jede Gelegenheit, sprich mit den Menschen, hör gut zu und arbeite kooperativ mit allen, die dir über den Weg laufen.

 

Wem würden Sie am liebsten den Strom für 24 Stunden abdrehen?

Am liebsten mir selbst, ohne Telefon, ohne Computer. Ohne Strom würde es mir leichter fallen, abzuschalten.

 

Welche Bedeutung hat der Sport in Ihrem Privatleben?

Von Kindheit an bin ich geprägt. Ich war immer dabei, wenn mein Vater in der Halle Fußball oder Handball gespielt hat. Ich habe das mitgenommen und habe unterschiedliche Sportarten probiert. Ich spiele Volleyball im Verein, aber möchte auch Individualsport betreiben. Ich habe mir zum Beispiel gerade ein Mountainbike gekauft. Bewegung ist wichtig und zwar immer und überall. Es muss nicht immer viel sein – einfach mal die Treppe nehmen oder ein paar Übungen machen reicht schon. Im Homeoffice nutze ich persönlich das Rudergerät – immer dann, wenn ich zu lange sitze.

 

Seit wann arbeiten Sie für den Kreissportbund und wie kam es dazu?

Ich bin im 12. Jahr hauptberuflich, 2009 habe ich dort in Teilzeit begonnen. Drei, vier Jahre davor war ich ehrenamtlich unterwegs. Über mein ehrenamtliches Engagement als Frauenwartin bin ich in eine hauptberufliche Herzensangelegenheit gestolpert. Ich bin eigentlich Sozialarbeiterin, was sich mit meiner Tätigkeit hier super verbinden lässt – mit den unterschiedlichen Menschen und den Charakteren, viel Kommunikation, viel Beratung. Parallel habe ich mich qualifiziert und durch eine Umstrukturierung konnte ich den Sprung in das kalte Wasser wagen. Wir haben seitdem versucht, das verstaubte Image des KSBs etwas aufzupolieren sowie mehr und mehr Angebote für die Menschen in den Vereinen schaffen. Ich glaube, das ist uns in den letzten zehn Jahren ganz gut geglückt.

 

Können Sie zusammenfassen, wie Corona das Vereinsleben verändert hat?

Die Pandemie hat den Sport erst einmal komplett zum Erliegen gebracht. Wirklich schön zu sehen war, dass die Vereine schnell Online-Angebote auf den Weg gebracht haben. Es gab zunächst tatsächlich weniger Austritte, aber eben auch gar keine Neueintritte, da Online-Formate nicht die Möglichkeit geben, für den Verein zu werben. Bei den größeren Vereinen mit mehreren Sparten und bei einigen Einsparten-Vereinen war diese Entwicklung sehr zu spüren. Den deutlichsten Verlust mussten wir bei den Kleinsten (0-6 Jahre) hinnehmen. Die Corona-Pandemie mit ihren Folgen wird uns noch lang begleiten und bedarf einer kontinuierlichen Unterstützung der Vereine auf unterschiedlichen Ebenen. Es ist immer noch nicht vorbei. Deswegen geben wir unseren Vereinen an die Hand, sich für die Zukunft gut aufzustellen und zu hinterfragen, was sie aus dieser Situation Gutes machen können. Einige Aktive haben sich zum Beispiel als Online-Coach qualifiziert. Nichtsdestotrotz lechzen alle darauf, sich zu treffen.

Durch viel Engagement haben es die Vereine auch geschafft, neue Wege zu gehen, kreativ zu sein, sich neuen Dingen zu stellen und sich neu zu organisieren. In einem ehrenamtlich geführten Verein verlangt das den Engagierten enorm viel mehr Kraft und vor allem Zeit ab. Das ist eine Doppelt- und Dreifachbelastung. Deswegen ziehen wir den Hut vor allen Engagierten und sagen immer wieder „Danke“ für ihren unermüdlichen Einsatz rund um den Sport. Vereine haben sich in dieser Zeit auch zusammengeschlossen – es gab kooperative Angebote. Diese Kooperationen unter Vereinen unterstützen wir auch in Zukunft gern.

 

Was können Sie tun, um Menschen für Sportvereine zu begeistern?

Der Sport begeistert mich bereits ein Leben lang und hat mich auch geprägt. Ich wünsche möglichst vielen Kindern und Jugendlichen, diese Erfahrung ebenfalls zu machen, zum Beispiel einen Trainer zu haben, der einen weiterbringt im Leben. Der Verein bietet eine riesige Facette, wenn man ihn nutzen will. Für einen kleinen Beitrag erhält man so viel: die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und besonders für Kinder das Erlernen von sozialen Kompetenzen. Das Schöne am Vereinsleben ist, dass es jeder und jede über ein Engagement immer wieder zurückgeben kann. Mir geht immer das Herz auf, wenn ich darüber nachdenke, was die Kinder in der Interaktion alles mitnehmen können.

 

Auf welche Veranstaltungen/Aktionen, die wegen Corona nicht stattfinden konnten, freuen Sie sich ganz besonders?

Man holt leider nicht alles nach. Zum 75-jährigen Jubiläum war eine größere Feier im Auditorium der Leuphana geplant. Diese haben wir natürlich rechtzeitig absagen müssen.

Stattdessen haben wir eine ganz süße, kleine Feier gemacht: mit wenigen Leuten im Garten. Es war toll, mal wieder persönlich mit den ganzen Leuten zu sprechen. Klein aber fein: zusammen lachen ohne Monitor dazwischen.

 

Denken Sie, dass Sportvereine durch Corona rückblickend an Bedeutung gewonnen haben?

Ich bin ein wenig zwiegespalten. Wir kämpfen ja eigentlich täglich dafür, dass die Vereine mehr wahrgenommen werden. Ich glaube jedoch, dass es noch ein wenig Zeit braucht. Mittlerweile kommt zwar – auch wegen Corona - der Appell aus den Schulen, dass sich die Kinder mehr bewegen sollen, aber dennoch sollte der organisierte Sport mehr gesehen werden. Schließlich bieten wir nicht nur den Sport, sondern übernehmen auch viele sozial-gesellschaftliche Aufgaben. Mehr Wertschätzung und Wahrnehmung für den Sportverein mit seinen Engagierten steht als permanentes Ziel auf dem KSB-Programm.

 

Hatten Sie eine persönlichen Glücksmoment, als das Vereinsleben wieder starten konnte?

Als die ersten lachenden Kinder auf den Platz liefen und sich wieder treffen konnten. Wir haben zum Start der #WirfürdenSport-Kampagne ein Video gedreht und Bubble-Soccer mit unserer Sportjugend gespielt. Es war so toll zu sehen, wie wir uns wieder alle mit Freude miteinander bewegt haben.

 

Welche Bedeutung haben Online-Formate mittlerweile im KSB und Ihren Vereinen?

Wir haben relativ zügig Online-Sprechstunden und Online-Infoveranstaltung angeboten, da es zu Beginn der Pandemie viele Fragen gab: Was darf ich? Was darf ich nicht? Kann ich meine Versammlung abhalten? Insbesondere für diese „Sachthemen“ werden wir Online-Angebote beibehalten. In der Zukunft wird es auch die eine oder andere Sitzung online geben. Insbesondere in der Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus der Sportregion Uelzen und Lüchow-Dannenberg bietet sich das an, da die Anfahrt entfällt und wertvolle Zeit für andere Themen gewonnen wird. Teilweise haben wir bei den Online-Veranstaltungen sogar einen größeren Zulauf erfahren. Der Zugang ist einfacher, da man sich nach der Arbeit nicht noch einmal auf den Weg machen muss. Zwei KSB-Kolleginnen haben mit dem LSB gemeinsam ein Blended-Learning-Format im Bereich Bildung entwickelt, welches niedersachsenweit genutzt wird. Einiges wird sicher noch ausgebaut, anderes wird angepasst.

 

Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen? Welche Projekte möchte Sie gerne schneller vorantreiben?

Besonders am Herzen liegen mir die Zusammenarbeit und die Gespräche miteinander.  Ich laufe gerne einfach drauf los und packe direkt an. Ich habe in der Zwischenzeit gelernt, in vielen Situationen das Tempo etwas zu drosseln und mich in Geduld zu üben. Gerade in der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen ist es wichtig, die Balance zu finden. Ich verstehe es, zu motivieren, aber gleichzeitig auch den Druck rauszunehmen.

Als konkretes Projekt fällt mir unsere #WirfürdenSport-Kampagne ein, die ganz unterschiedliche Facetten hat. Diese soll die Verbundenheit der Sportlerinnen und Sportler in Lüneburg verdeutlichen, durch die Corona-Krise helfen sowie den Vereinsmitgliedern helfen, sich auch in der Zeit ohne aktiven Sport mit ihrem Verein zu identifizieren. Wir freuen uns natürlich, wenn auch weiterhin Unternehmen oder Privatpersonen dieses Projekt mit einer Spende unterstützen, um den Sport in der Region langfristig zu unterstützen.

 

Gibt es Sportvereine innerhalb des KSB, die Sie in den letzten Jahren besonders beeindruckt haben? Und wenn ja warum?

Jeder ist besonders, jeder ist einzigartig. Mich beeindruckt insbesondere die unterschiedliche Herangehensweise unserer Aktiven, die jeweils ganz unterschiedliche Ressourcen haben. Und eben das ist bezeichnend für das System Verein, das von Menschen gesteuert wird, die ganz unterschiedlich sind. Es macht Spaß, diese Vielfalt live zu spüren.

 

Was wünschen Sie sich für das Lüneburg der Zukunft?

Lüneburg hat aus meiner Sicht ein irres Potenzial und ich wünsche mir, dass sich dieses Potenzial weiter entfaltet. Die zahlreichen Organisationen und Initiativen, die es gibt, sollten mehr voneinander wissen. Ich habe manchmal das Gefühl, es läuft noch so viel aneinander vorbei, da es keine Stelle gibt, die das richtig bündelt. Mein Appell ist daher, noch viel mehr miteinander zusammenzuarbeiten, um die Stadt in ihrer Vielfalt zu sehen und auch zu leben.

 

Das Lüneburger Leitungswasser hat eine spitzenmäßige Qualität. Wie pimpen Sie dieses am liebsten zum Trinken auf?

Also am liebsten trinke ich es tatsächlich pur aus der Leitung. Wenn ich es pimpe, dann mit einem Spritzer Zitrone.

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