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Avacon | Uwe Plikat

Es gibt 1000 schöne Momente

Vernetzt in Lüneburg – Porträt  Uwe Plikat
Uwe Plikat in Action: Der 2. Vorsitzende des Ochtmisser SV trainiert in den Sommerferien Nachwuchskicker.

Die kostenlose Fußballschule für finanziell benachteiligte Kinder hat den Ochtmisser SV weit über Lüneburg hinaus bekannt gemacht. Dank der Idee von Uwe Plikat im Jahr 2011 treffen sich im Sommer seither 8 bis 12-jährige Nachwuchskicker zum gemeinsamen Training. Wertschätzung dafür gibt es nicht nur vom DFB, der FIFA und UEFA, sondern auch von den Kindern. Wie die Fußballschule entstanden ist und welche Momente in besonderer Erinnerung geblieben sind, weiß der Initiator zu berichten.

 

Herr Plikat, bitte beschreiben Sie sich selbst mit drei Worten!

Humorvoll, Organisationstalent, begeisterungsfähig.
 

Welche Bedeutung hat der Sport in Ihrem Privatleben?

Seit meiner Kindheit habe ich bereits einen hohen Bewegungsdrang. Aktiv habe ich lange Jahre Volleyball, auch in der Landesliga, und Fußball gespielt.

 

Wie entstand die Idee der Fußballschule?

Mein Sohn hatte 2011 keine Lust mehr auf die HSV Fußballschule und wir haben ihm zwei Optionen angeboten: 14 Tage bei Oma und Opa oder Fußballspielen mit der eigenen Mannschaft. Die Jungs waren allerdings nur zu acht. Doch meine Frau hatte über den Lions Club Kontakt zu den Organisatoren der Fresh-Ferienfreizeiten. Im Gespräch mit Kai-Uwe Lievenbrück von der Landeszeitung erörterten wir die Idee, 50 Kinder kostenlos zu uns in die Fußballschule einzuladen. Obwohl er anfangs skeptisch war, unterstütze er uns, so dass vom 08. - 12. August 2011 die erste Fußballschule für finanziell benachteiligte Kinder beim OSV stattfinden konnte.

 

Können Sie uns das Projekt kurz beschreiben?

35 bis 40 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren können jedes Jahr kostenlos an der Fußballschule teilnehmen. Insgesamt sind es 50 Nachwuchskicker. Die Wohlfahrtverbände suchen die Kinder aus. Es kommen Fußballer aus allen Schichten zusammen, darunter Flüchtlingskinder, welche mit sozialen Problemen oder finanziell Benachteiligte. In der Fußballschule werden diese mit den „Zahlkindern“ gemischt. Es geht darum, dass alle ein Verständnis für die Situation der anderen entwickeln. Zum Start bekommen die Kinder von uns eine komplette Fußballausrüstung mit Trikot und Trainingsjacke. Wichtig ist, dass die Fußballschule keine Werbeveranstaltung für den OSV ist. Wir freuen uns, wenn die Kinder später zu Mitgliedern werden, aber das hat definitiv keine Priorität. Viele treten danach auch den Vereinen ihrer Heimatorte bei.

 

Was ist das Besondere an der Fußballschule?

Anfangs sagte man uns, dass die Kinder möglicherweise nicht regelmäßig kommen. So entstand die Idee einer Tombola am letzten Tag, an der nur Kinder teilnehmen dürfen, die jeden Tag am Training teilgenommen haben. Wir haben mittlerweile so tolle Preise, dass sich niemand die Chance auf einen Gewinn entgehen lassen will. Es winken unter anderem ein Mannschaftseinlauf mit dem FC St. Pauli, signierte Trikots vom BVB und FCB sowie Schal und Mütze von Hannover 96. Unsere Fußballschule ist mittlerweile deutschlandweit bekannt und wir bekommen sogar Unterstützung von der FIFA und UEFA. Dieses Jahr, am Freitag, besucht uns Jimmy Hartwig, der Integrationsbotschafter des DFB.

Wie kann man die Fußballschule unterstützen?

Der OSV stellt die Trainer und die Infrastruktur. Zudem bekommen wir bereits tolle Förderungen von Initiativen wie der Budnianer Hilfe, der Sparkassen-Stiftung und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Der Round Table Lüneburg unterstützt uns ebenfalls seit acht Jahren. Aber natürlich sind Geldspenden oder Sachspenden für unsere Tombola immer willkommen. So kommen zum Beispiel Kinogutscheine oder Trikots immer super bei den Kindern an.

 

Wie schafft man es, Kinder wieder mehr für Sport zu begeistern?

Ich bin der Meinung, dass bereits in der Schule die Grundlage geschaffen werden muss und der Sport so einen höheren Stellenwert bekommen muss. Oft kommen die Kinder erst sehr spät vom Unterricht nach Hause und haben dann keine Lust mehr, noch zum Training zu gehen. In Amerika zum Beispiel sind der Sport und die Vereine viel besser im Schulsystem verankert. Zudem wünsche ich mir, dass die Profis wieder zu besseren Vorbildern werden und nicht so häufig von einem Verein zum anderen wechseln.

 

Seit 2011 gibt es die Fußballschule. Können Sie die letzten zehn Jahre mit wenigen Worten zusammenfassen?

Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich die Gruppendynamik und die Kinder in den fünf Tagen entwickeln. Zu Beginn gehen sie manchmal sogar noch etwas aggressiv miteinander um und am Ende schaffen sie es kaum, sich voneinander zu verabschieden. Das faire Verhalten fördern wir außerdem mit einer kleinen Auszeichnung. Wer im Miteinander besonders positiv aufgefallen ist, wird Tageschampion und bekommt einen Pokal und einen Kinogutschein.

 

Gibt es einen Moment, der Ihnen in den letzten zehn Jahren besonders in Erinnerung geblieben ist?

Es gab bestimmt 1000 Momente. Aber ich erinnere mich sehr gerne an einen Jungen zurück, der während einer Wespenplage in den Arm gestochen wurde und das Training beenden musste. Am nächsten Morgen kam er mit einem Verband zurück und seine Mutter sagte, mein Sohn will nicht zum Arzt gehen, weil er unbedingt an der Tombola teilnehmen will. Natürlich habe ich ihm dann sofort beruhigt und ihm zugesichert, dass er auch ein Los bekommt, wenn er krank ist. Außerdem habe ich in der Innenstadt einmal ein Flüstern hinter mir gehört. Ein Kind sagte ganz leise zu seiner Mutter: „Schau mal, das ist der liebe Trainer von der Fußballschule“. Mich hat gefreut, dass er das in Erinnerung behalten hat. Mein Trainerkollege und ich nehmen in der Fußballschule unterschiedliche Rollen ein. Ich bin immer der, der die Kinder tröstet.

Was sind Ihre Ideen und Pläne für die Zukunft?

In Ochtmissen haben die Bürger viele Ideen und kommen damit immer auf unseren Bürgermeister Jens-Peter Schultz, unseren 1. Vorsitzenden Michael Gimball und mich zu, um diese umzusetzen. Das heißt, die Visionen haben meist die anderen und wir werden daraufhin aktiv. Aber bald wollen wir zum Beispiel unseren Fußballplatz modernisieren und zeitnah möchte ich auch das Zepter des 2. Vorsitzenden an die nächste Generation übergeben.

 

Was ist Ihr Lieblingsort in Lüneburg, um neue Energie zu tanken?

Die Sauna im SaLü.

 

Und der perfekte Ort, um sich zu vernetzen?

Die Restaurants und Cafés in der Innenstadt und der Ochtmisser Sportverein.

 

Wem würden Sie am liebsten den Strom für 24 Stunden abdrehen?

Weltpolitisch allen Herrschenden, die Hass und Gewalt säen und hierzulande jenen, die sich der Corona-Impfung verweigern und leichtsinnig mit der Krankheit umgehen.

 

Was wünschen Sie sich für das Lüneburg der Zukunft?

Eine belebte Innenstadt, die allen Menschen offensteht.

 

Das Lüneburger Leitungswasser hat eine spitzenmäßige Qualität. Wie pimpen Sie dieses am liebsten zum Trinken auf?

Ich trinke selten Wasser, aber wenn dann pimpe ich es mit einem Schuss Apfelsaft.

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