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Roswitha-Literaturpreis

Schriftstellerin und Förderer (v. li.): Thorsten Prieß (Paracelsus Kliniken), Dieter Brinkmann (Volksbank Bad Gandersheim), Terézia Mora, Franziska Schwarz (Bürgermeisterin Bad Gandersheim) und Avacon-Pressesprecher Ralph Montag. (© Stadt Bad Gandersheim)

Mit erzählerischer Wucht und Raffinesse

Die Stadt Bad Gandersheim (Landkreis Northeim) vergibt schon seit 1973 jedes Jahr einen Literaturpreis, um an die Schriftstellerin Roswitha von Gandersheim zu erinnern. Sie lebte im 10. Jahrhundert. Mit dem Preis wird eine herausragende literarische Einzelleistung einer in Europa lebenden und tätigen Schriftstellerin gewürdigt. Dieses Werk kann allen Bereichen literarischen Schaffens und der Philosphie angehören. Im Mittelpunkt sollen dabei Themen stehen, die aus dem Blickwinkel von Literatur oder Philosophie eine Zeitepoche oder Gesellschaft betrachten.

Als Ausnahmeerscheinung unter den Schriftstellerinnen hat die Jury des Roswitha-Preises am 30. Juni 2018 die in Berlin lebende deutsch-ungarische Autorin Terézia ­Mora geehrt. Bekannt ist Mora durch die Romane „Das Ungeheuer“ und „Der einzige Mann auf dem Kontinent“. 

„Ihre Romane und Erzählungen fangen Ausschnitte von Wirklichkeit ein und transzendieren diese in kunstvoller Weise zu sprachlich herausragender Literatur“, heiß es in der Begründung. Bürgermeisterin Franziska Schwarz überreichte den Literaturpreis im Beisein des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil im Gandersheimer Kaisersaal:

„Die Autorin überzeugt mit erzählerischer Wucht und Raffinesse. Ich bin stolz, unseren Preis in diesem Jahr an Terézia Mora zu übergeben.“

Als einer der drei Hauptsponsoren gratuliert Avacon der diesjährigen Preisträgerin.

Übrigens: Terézia Mora wird Ende Oktober mit dem Georg-Büchner-Preis 2018 ausgezeichnet.

Mehr Informationen zum Preis finden Sie hier.

Kleine Historie des Preises

Der Roswitha-Literaturpreis der Stadt seit 1973

Die Kanonisse Roswitha von Gandersheim lebte von ca. 935 bis ca. 980 im Stift Gandersheim. Sie gilt als erste deutsche und erste christliche Dichterin des Abendlandes. Das Stift Gandersheim ist die kulturelle Errungenschaft der sächsischen Liudolfinger, die es mit Heinrich I zum ersten sächsischen ostfränkischen König  (919) bringen. Heinrich schafft das erste deutsche Reich, seine Nachfahren das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Der mit 5.500 Euro dotierte Roswitha-Preis ist der älteste alljährlich nur an Frauen vergebene deutsche Literaturpreis. Er wird seit 1973 verliehen – zunächst unter dem Namen Roswitha-Gedenkmedaille. Der Preis erinnert an die erste deutsche Schriftstellerin, die Kanonisse Roswitha von Gandersheim, die im 10. Jahrhundert im Stift Gandersheim Legenden, Dramen und historische Gedichte schrieb. Im vergangenen Jahr hatte Petra Morsbach den Preis erhalten.

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