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Avacon informiert über geplanten 110 kV-Leitungsbau von Stendal nach Güssefeld und Osterburg und den Standort des geplanten UW Gladigau

26.10.2017

Über den geplanten Bau einer neuen Hochspannungsleitung von Stendal nach Güssefeld und Osterburg informierten am 25. Oktober Mitarbeiter des Netzbetreibers Avacon im Rahmen der Ortsratssitzung in Gladigau die Kommunalpolitiker und Bürger.

Wie Avacon-Projektleiter Wolfgang Dee mitteilte, plant das Unternehmen den Bau einer neuen Hochspannungsleitung vom Umspannwerk Stendal West nach Meßdorf und von dort mit Abzweigen nach Güssefeld  und Osterburg. Auch das bestehende Umspannwerk Bismark soll mit angebunden werden. Die geplanten Leitungen sollen zum einen den durch Windkraftanlagen erzeugten Strom aus der Region in das regionale Verteilnetz aufnehmen, zum anderen der weiteren Erhöhung der Versorgungssicherheit dienen. 

Wie Dee erläuterte, benötigt Avacon im 110 kV-Netz auf Grund der bereits vorhandenen und noch zu erwartenden dezentralen Erzeugungsleistung eine Erhöhung der Aufnahmefähigkeit. So kann die Netzstabilität auch zukünftig gewährleistet werden. Denn immer mehr überschüssiger Windstrom muss in das vorgelagerte Übertragungsnetz abtransportiert werden, um Netzengpässe zu vermeiden. 

„Wir haben in der Altmark ein relativ weitmaschiges 110 kV-Netz“, sagte Dee. „Mit dem Bau der neuen Leitungen schaffen wir zusätzliche Verbindungen zum vorhandenen Netz  und erhöhen so die Versorgungssicherheit in der gesamten Altmark“, betonte er.

Neben der Versorgungssicherheit spielt aber auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien eine entscheidende Rolle. Es gibt kaum eine Region in Deutschland, in der die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien so deutlich den Stromverbrauch übersteigt wie in der Altmark. Hier liegt der Entwicklungsschwerpunkt in den letzten Jahren klar im Raum Salzwedel-Stendal-Seehausen. Die bis heute hier installierten Windkraft-, Solarstrom- und Biomasseanlagen haben die Leistung von zwei konventionellen Kraftwerken mittlerer Größe. 

In der ganzen Altmark wird in Spitzenzeiten bereits heute sieben Mal mehr Strom produziert als in der Region verbraucht wird. Prognosen zufolge sollen die Spitzenwerte für Stromerzeugung aus dezentralen Anlagen in zehn Jahren rund zwölf Mal so hoch wie der tatsächliche Verbrauch sein. Die überschüssige Energie muss aus der Fläche abtransportiert und nahe Stendal in das 380 kV-Netz der 50Hertz Transmission GmbH zum Weitertransport übergeben werden. 

Die Erhöhung der Versorgungssicherheit, wie auch die Aufnahme und der Transport dezentral erzeugter Energie, werden durch die Stärkung des 110 kV-Netzes mit dem Bau einer über 50 Kilometer langen Hochspannungsleitung von Stendal nach Güssefeld und Osterburg erreicht. 

Der Avacon-Experte stellte den Ratsmitgliedern zwei Varianten vor: einmal die mögliche Trasse bei Bauausführung als Erdkabel und als zweites die Trasse bei Bauausführung als Freileitung. Wie Dee dazu erklärte, bestehen für die Bauausführung von 110 kV-Leitungen durch verschiedene Paragraphen im Energiewirtschaftsgesetz inzwischen klare gesetzliche Vorgaben, die genau festlegen, wann eine Hochspannungsleitung als Erdkabel oder als Freileitung zu bauen ist. 

So ist im Paragraph 1 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) gefordert, dass die Netzbetreiber eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung mit Elektrizität sicherstellen sollen. Insbesondere der Aspekt des preisgünstigen Netzbetriebs spielt dabei in der staatlichen Regulierung, aber auch in der politischen Positionierung der Landesregierung Sachsen-Anhalt, eine große Rolle. Hier sind unter Kostenaspekten insbesondere diejenigen Bundesländer im Nachteil, die wenig Bevölkerung, wenig Industrie und viel regenerative Stromerzeugung haben. All das trifft auf den Norden Sachsen-Anhalts in ausgeprägter Form zu. 

Zusätzlich zur neuen Leitung plant Avacon bei der Ortschaft Schmersau ein neues Umspannwerk. Dieses dient in erster Linie der Aufnahme der im Raum Gladigau regenerativ erzeugten elektrischen Energie (Windenergie und Photovoltaik), die dann über die neue Leitung in das Hochspannungsnetz abgeführt wird. Gladigau und die umliegenden Ortsteile werden dann nicht mehr nur aus dem Mittelspannungsnetz der Avacon versorgt, sondern sind darüber hinaus direkt an das Hochspannungsnetz angeschlossen.

Ralph Montag

Pressesprecher Avacon AG

Schillerstraße 3
38350 Helmstedt

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