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Avacon informiert über geplanten 110 kV-Leitungsbau von Stendal nach Güssefeld

02.06.2017

Über den geplanten Bau einer neuen Hochspannungsleitung von Stendal nach Güssefeld, informierten am Donnerstagabend Mitarbeiter von Avacon die Ratsmitglieder von Kalbe im Rahmen der Ratssitzung.

Wie Avacon-Projektleiter Wolfgang Dee mitteilte, plant Avacon den Bau einer neuen Hochspannungsleitung vom Umspannwerk Stendal West nach Güssefeld mit Abzweigen nach Bismark und Osterburg. Die geplanten Leitungen sollen zum einen den durch Windkraftanlagen erzeugten Strom aus der Region in das regionale Verteilnetz aufnehmen, zum anderen der weiteren Erhöhung der Versorgungssicherheit dienen. Wie Dee erläuterte, benötigt Avacon im 110 kV-Netz auf Grund der bereits vorhandenen und noch zu erwartenden dezentralen Erzeugungsleistung die Erhöhung der Aufnahmefähigkeit, um die Netzstabilität auch zukünftig gewährleisten zu können, den überschüssigen Windstrom ins vorgelagerte Übertragungsnetz zu transportieren und um Netzengpässe zu vermeiden.

„Wir haben in der Altmark ein relativ weitmaschiges 110 kV-Netz“, sagte Dee. „Mit dem Bau der neuen Leitungen schaffen wir zusätzliche Verbindungen zum vorhandenen Netz und erhöhen so die Versorgungssicherheit in der gesamten Altmark“, erläuterte er.

Neben der Versorgungssicherheit spielt aber auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien eine entscheidende Rolle. Es gibt kaum eine Region in Deutschland, in der die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien so deutlich über dem Stromverbrauch der Bevölkerung liegt wie in der Altmark. Hier liegt der Entwicklungsschwerpunkt in den letzten Jahren klar im Raum Salzwedel-Stendal-Seehausen. Die bis heute hier installierten Wind-, PV- und Biomasseanlagen haben die Leistung von zwei konventionellen Kraftwerken mittlerer Größe. In der ganzen Altmark wird auf Grund der Energieerzeugung in Spitzenzeiten bereits jetzt sieben Mal mehr Strom produziert als in der Region verbraucht wird. Prognosen zufolge sollen die Spitzenwerte für Stromerzeugung aus dezentralen Anlagen in zehn Jahren rund zwölf Mal höher als der tatsächliche Verbrauch sein. Die überschüssige Energie muss aus der Fläche abtransportiert und nahe Stendal in das 380 kV-Netz der 50Hertz Transmission GmbH zum Weitertransport übergeben werden.

Die Erhöhung der Versorgungssicherheit, wie auch die Aufnahme und der Transport dezentral erzeugter Energie, werden durch die Stärkung des 110 kV-Netzes mit dem Bau einer über 50 Kilometer langen Hochspannungsleitung von Stendal nach Güssefeld und Osterburg erreicht.

Projektleiter Wolfgang Dee stellte den Ratsmitgliedern zwei Varianten vor: einmal die mögliche Trasse bei Bauausführung als Erdkabel und als zweites die Trasse bei Bauausführung als Freileitung. Wie Dee dazu erklärte, bestehen für die Bauausführung von 110 kV-Leitungen durch verschiedene Paragraphen im Energiewirtschaftsgesetz inzwischen klare gesetzliche Vorgaben, die genau festlegen, wann eine Hochspannungsleitung als Erdkabel oder als Freileitung zu bauen ist.

So ist im Paragraph 1 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) allgemeingültig geregelt, dass die Netzbetreiber eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung mit Elektrizität sicherstellen sollen. Insbesondere der Aspekt des preisgünstigen Netzbetriebs spielt dabei in der staatlichen Regulierung, aber auch in der politischen Positionierung der Landesregierung Sachsen-Anhalt, eine große Rolle. Hier sind insbesondere diejenigen Bundesländer im Nachteil, die wenig Bevölkerung, wenig Industrie und viel regenerative Stromerzeugung haben. All das trifft auf den Norden Sachsen-Anhalts in ausgeprägter Form zu.

Konkret auf den Leitungsbau bezogen, sind nach Paragraph 43h des EnWG Hochspannungsleitungen auf neuen Trassen dann als Erdkabel auszuführen, wenn die Gesamtkosten für Errichtung und Betrieb des Erdkabels die Gesamtkosten der technisch vergleichbaren Freileitung um nicht mehr als den Faktor 2,75 überschreiten. Wird dieser Kostenfaktor überschritten, darf der zuständige Netzbetreiber – und sollte es mit Blick auf §1 EnWG auch tun – eine Freileitung beantragen. Diesem Antrag wird durch die genehmigende Behörde stattgegeben, wenn dem Leitungsbau in einer Güterabwegung keine öffentlichen Interessen entgegenstehen. „Im Rahmen dieser beiden klaren gesetzlichen Vorgaben muss und wird sich Avacon selbstverständlich bewegen“, versicherte Dee.

Zusätzlich zur neuen Leitung plant Avacon in Güssefeld auch den Neubau eines Umspannwerkes. „Das vorhandene Umspannwerksgelände bietet für die erforderliche Anlagenerweiterung nicht ausreichend Platz. Wir haben uns daher für einen Neubau entschieden und werden das alte Umspannwerk später komplett zurück bauen“, stellte der für den Umspannwerksbau zuständige Avacon-Fachmann Christoph-Ulrich Dittkrist das Vorhaben vor. Derzeit befände sich das Unternehmen auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück.
 

Corinna Hinkel

Pressesprecherin Avacon AG

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