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Avacon testet Stromausfall-Erkennungs-System im Altmarkkreis

03.04.2019

v.l. Steffen Romatschke (GF Deponie Altmarkkreis GmbH), Jeffrey Reichardt (GF DevLabor), Andreas Forke (Avacon), Marcus Siepe (E.ON), Rene Glebke (Uni Aachen)

Plötzlich fällt der Strom aus und das Handy gibt Bescheid. Dieser Service könnte demnächst Realität werden. In einem Pilotprojekt testet Avacon im Altmarkkreis die Funktionalität eines innovativen Stromausfall-Erkennungs-Systems, das Betroffene im Fall des Falles aktiv informiert.

Auch wenn die Stromversorgungsqualität in Deutschland im internationalen Vergleich auf besonders hohem Niveau liegt, lassen sich Stromausfälle leider nie gänzlich ausschließen. Nicht beeinflussbare Faktoren wie Unwetter, Beschädigungen durch Dritte oder technische Fehler sind häufig die Ursache für Versorgungsausfälle.

Die Idee zur aktiven Information der Stromkunden über Handys stammt von Marcus Alexander Siepe. „Ein Stromausfall kommt meist unerwartet für die betroffenen Kunden. Dementsprechend groß ist ihr Informationsbedarf und die ersten Fragen lauten in der Regel: Bin nur ich betroffen? Wie lange dauert es? Wird schon an der Reparatur gearbeitet? Wo kann ich mich informieren?“, erläutert der E.ON-Mitarbeiter den Grund seiner Software-Entwicklung.

Auf der Unternehmens-Website bietet Avacon seinen Kunden bereits heute einen guten Service. Auf einer Live-Störungskarte sind die aktuellen Stromunterbrechungen im Versorgungsgebiet erfasst. Allerdings nur die, die in der sogenannten Mittelspannung auftreten. Niederspannungsstörungen in den Ortsnetzen, über die die Endkunden direkt versorgt werden, können bisher noch nicht erfasst werden. Genau hier setzt das System an und erfasst die Störungen im Niederspannungsbereich.

Doch wie funktioniert das Erkennungs-System? Die Anwendung basiert auf der Sichtbarkeit von WLAN-Funknetzen. Fällt der Strom aus, so fallen auch die WLAN-Netze im vom Stromausfall betroffenen Gebiet aus. Dieser Wegfall der Sichtbarkeit wird von den Handys, die sich in diesem Bereich befinden erkannt. Die Handy- und WLAN-Signale werden in einer Datenbank intelligent zugeordnet, ausgewertet und mit weiteren Informationen abgeglichen. Liegt ein Stromausfall vor, so erhält die Avacon-Netzleitstelle eine entsprechende Meldung, kann diese überprüfen und im Störungsfall umgehend reagieren.

Damit die Idee auch umgesetzt werden kann, testet Avacon in einem ersten Schritt die Funktionalität der Erkennung eines Stromausfalls. Dafür muss eine entsprechende Anwendung auf den Handys der teilnehmenden Nutzer installiert sein.

„In der Pilotphase testen wir zuerst die Zuverlässigkeit der Software, einen Stromausfall zu erkennen. Erst wenn die Funktionalität nachgewiesen ist, erweitern wir die App um die Kommunikation“, berichtet Marcus Siepe. Schnell und automatisch sollen im zweiten Schritt der Pilotphase Störungs-Informationen über Smartphone kommuniziert werden. „So haben Betroffene die Sicherheit, dass der Stromausfall schon bekannt ist und Avacon bereits an der Entstörung arbeitet“, nennt Siepe einige Vorteile für die Nutzer, ein Anruf bei der Hotline ist nicht mehr notwendig. Neben dem Informationsgewinn lässt sich durch die Nutzung der Software auch die Dauer der Stromausfälle verkürzen, da durch die Funktionsweise des Systems der Fehlerort sehr genau und sehr schnell lokalisiert wird.

Um die Anwendung erfolgreich testen zu können, benötigt Avacon eine App, die in der Region bereits möglichst weit verbreitet ist. „Auf unsere Anforderungen passt optimal die Abfall-App der Deponie GmbH. Unsere Software haben wir in die bereits gut genutzte App eingebunden“, erläutert Siepe weiter. Den Nutzern wird diese über ein einfaches Update der Abfall-App angeboten. „Die Datenschutzbestimmungen werden natürlich eingehalten“, versichert Siepe. Dem Update müssen die Nutzer auch aktiv zustimmen, sonst wird es nicht installiert.

„Mit der Abfall-App hat der Landkreis sein Serviceangebot rund um die Abfallentsorgung Ende 2017 erfolgreich erweitert. Dass mit der Stromausfall-Erkennungssoftware ein weiteres interessantes Projekt in Angriff genommen wird, ist nur ein Beispiel dafür, wie die Digitalisierung zum Nutzen der Bürger eingesetzt werden kann. Natürlich hat der Datenschutz auch für den Landkreis bei der Umsetzung dieses Projektes höchste Priorität“, sagt Landrat Michael Ziche.

 Die Vorteile für alle Beteiligten liegen auf der Hand. Die Abfall-App wird für die Nutzer noch attraktiver, da sie nach erfolgreicher Testphase mit der gezielten Information der vom Stromausfall betroffenen Kunden einen weiteren Mehrwert bieten.

Bei der Umsetzung der sehr komplexen Thematik wird Avacon von weiteren Partnern unterstützt. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen stellt Server und Datenbanken zur Verfügung und betreut den Feld-Test. Die Salzwedeler App-Entwickler DevLabor haben die Stromausfall-Erkennungs-Software in die Abfall-App der Deponie GmbH integriert und bietet diese zur Nutzung an.
"Wir sind stolz darauf, dass unsere Abfall-App die Aufmerksamkeit von Avacon geweckt hat. Mit über 12.000 Installationen im Altmarkkreis hat sie sich bereits gut bei den Bürgern etabliert. Gemeinsam machen wir nun den nächsten Schritt in der Digitalisierung", sagte Jeffrey Reichardt vom DevLabor.

„Wir freuen uns über jeden, der sich beteiligt. Denn das System ist solidarisch, je mehr mitmachen, desto besser für alle“, wirbt Siepe für den Test der Stromausfall-Erkennungs-Software.

Corinna Hinkel

Pressesprecherin für Gardelegen, Lüneburg, Oschersleben, Salzwedel und Genthin

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