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Zebrastreifen an Hochspannungsleitungen

24.08.2016

Avacon installiert derzeit in der Wetterau auf der 110-kV-Leitung von Gießen nach Hungen sogenannte Vogelschutzmarkierungen am obersten Seil der Freileitung. Vogelmarker am obersten Seil einer Hochspannungsleitung sind wichtige Flughelfer für die Vogelwelt. Sie sorgen dafür, dass die Vögel nicht mit dem Leiterseil kollidieren. Die Markierungen aus beweglichen schwarz-weißen Kunststoffstäben, die an Zebrastreifen im Straßenverkehr erinnern, werden bei Avacon in Gebieten angebracht, wo reger Vogelflugverkehr herrscht. Seit 2004 sind in vogelflugrelevanten Gebieten die 40 Zentimeter breiten und 50 Zentimeter langen Marker bei unseren Hochspannungsleitungen im Einsatz und haben bisher zu guten Erfolgen geführt. „Mit den Vogelmarkern kann das Kollisionsrisiko erheblich gesenkt werden. Verschiedene Studien haben belegt, dass bislang 60 bis 90 Prozent weniger Vögel mit der Leitung kollidieren. Jede Markierung am Seil hilft, es frühzeitig wahrzunehmen, denn die Augen vieler Vögel befinden sich an der Kopfseite und das Sichtfeld ist nach vorn ist begrenzt“, erklärt Avacon-Projektleiter Wolfgang Dee. 

Neue Generation Vogelmarker 

Avacon installiert auf der Leitung ein innovatives Modell. Konnten Vögel bislang nur bei Tage die Markierungen erkennen, ist es jetzt auch möglich, diese in der Dämmerung wahrzunehmen, denn die neue Generation fluorisziert. Der Praxistest, den das Umweltplanungsbüro des Ornithologen Frank Bernshausen aus Hungen mit einer Studie begleitet, soll sozusagen „Licht in die Dunkelheit“ bringen. Die Leitung in der Wetterau wurde ausgewählt, weil sie in der Nähe von Vogelschutzgebieten verläuft. Die Studienbedingungen sind daher optimal. Die Studie läuft über zwei Jahre, jeweils von Ende August bis Ende November und von Anfang Februar bis Ende April. Dies sind die Zeiträume, in denen die Zugvögel die Leitung queren, die in ihre Winterquartiere ziehen bzw. zurückkehren. Die 450 Vogelflugmarkierungen werden auf einer Länge von 11 Kilometernan der 19 Kilometer langen Leitung mit einem Spezialhubschrauber angebracht. Avacon investiert mit dieser Maßnahme 220.000 Euro in den Vogelschutz.

Studienmethodik 

Das Monitoring setzt sich aus zwei Komponenten zusammen, der „Flugverhaltensbeobachtung“ und der „Kollisionsopfersuche“. Beim Flugverhalten werden alle Vögel, die die Leitung queren, erfasst und verschiedenen Kategorien, wie z. B. Artbestimmung, Spannfeldbereich, Querungshöhe und Verhaltensweise zugeordnet. Die „Kollisionsopfersuche“, die Erfassung aller Vögel, die beim Zusammenstoß mit dem Leiterseil verendet sind, ist der schwierigere Part. Denn zum einen könnten Raubtiere, wie Füchse und Marder, die toten Tiere gefressen haben bevor der Kartierer, der die Auswertung macht, sie erfasst. Zum anderen könnte der Kartierer selbst, den einen oder anderen Vogel übersehen. Hier bedient sich die Studie zweier Kniffe. 

Das Such-Finde-Spiel 

Um die sogenannte „Abtragrate“, also die vom Fuchs geholten Tiere zu ermitteln, werden im jeweiligen Untersuchungsgebieteinige Eintagsküken ausgelegt. Am Folgetag werden die entsprechenden Stellen kontrolliert, um die Anzahl der noch vorhandenen Küken zu dokumentieren. Der ermittelte Wert lässt sich dann mit statistischen Auswertungsmethoden in Bezug zu den aufgefundenen Kollisionsopfern setzen, um die tatsächlich kollidierten Vögel hochzurechnen. Aber auch der Kartierer stellt eine Fehlerquelle dar, denn hohes Gras und Gebüsch erschweren die Suche. Daher muss er parallel zur eigentlichen Opfersuche, die Trasse nach Attrappen, kleinen Stofffetzen, absuchen. Die Differenz zwischen den ausgelegten und aufgefundenen Attrappen fließtauch in die statistische Auswertung. Die Avacon AG ist der größte Verteilnetzbetreiber in Deutschland. Das Unternehmen betreibt zuverlässig Strom- und Gasnetze in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Hessen und liefert Energie in ein Gebiet mit 16 Millionen Einwohnern.

Michaela Fiedler

Pressesprecherin Avacon AG

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